
Sukta 1.179
Agastya (with Lopāmudrā in the dialogue tradition)
Dialogue hymn (Agastya–Lopāmudrā); no single devatā, with Soma/inner desire and marital/creative power in focus
Trishtubh (probable; confirm by scan)
Dieser kurze Dialoghymnus inszeniert die Spannung zwischen Agastyas langem asketischem Mühen und Lopāmudrās Ruf nach ehelicher Vereinigung, Begehren (kāma) und schöpferischer Erfüllung. Das Begehren erscheint nicht als bloße Zügellosigkeit, sondern als Kraft, die, rechtzeitig und richtig freigesetzt, Nachkommenschaft, Stärke und die wirksamen Segnungen des Sehers trägt. Der Hymnus gipfelt darin, dass Agastya seinen tapas in Fruchtbarkeit verwandelt und den Göttern „wahre Segenswünsche“ (satyā āśiṣaḥ) darbringt.
Mantra 1
पूर्वीरहं शरदः शश्रमाणा दोषा वस्तोरुषसो जरयन्तीः । मिनाति श्रियं जरिमा तनूनामप्यू नु पत्नीर्वृषणो जगम्युः ॥
Viele Jahre habe ich mich abgemüht, die Nächte und Morgen und die alternden Morgenröten verzehrend. Das Alter mindert die Schönheit und den Glanz der Leiber; und doch nahen die Frauen des Starken wieder heran.
Mantra 2
ये चिद्धि पूर्व ऋतसाप आसन्त्साकं देवेभिरवदन्नृतानि । ते चिदवासुर्नह्यन्तमापुः समू नु पत्नीर्वृषभिर्जगम्युः ॥
Selbst jene von einst, die Gefährten des Ṛta waren, die zusammen mit den Göttern die Rhythmen des Wirklichen aussprachen — auch sie gingen dahin und erreichten nicht das Ende. Und doch kommen nun die Gemahlinnen wieder zusammen mit den mächtigen Stieren.
Mantra 3
न मृषा श्रान्तं यदवन्ति देवा विश्वा इत्स्पृधो अभ्यश्नवाव । जयावेदत्र शतनीथमाजिं यत्सम्यञ्चा मिथुनावभ्यजाव ॥
Nicht vergeblich ist der Ermattete, wenn die Götter ihn stützen; dann können wir beide alle Widerstände der Rivalen überwinden. Hier werden wir den Kampf mit seinen hundert Listen gewinnen, wenn, einmütig voranschreitend, das Paar zum Ansturm drängt.
Mantra 4
नदस्य मा रुधतः काम आगन्नित आजातो अमुतः कुतश्चित् । लोपामुद्रा वृषणं नी रिणाति धीरमधीरा धयति श्वसन्तम् ॥
Begehren ist über mich gekommen, obgleich ich es zurückhielt; hier geboren — oder dort drüben, woher auch immer. Lopāmudrā löst den Starken von innen her; die Unruhige zieht den Standhaften in ihr Verlangen, während er atmet und sich müht.
Mantra 5
इमं नु सोममन्तितो हृत्सु पीतमुप ब्रुवे । यत्सीमागश्चकृमा तत्सु मृळतु पुलुकामो हि मर्त्यः ॥
Nun spreche ich aus dem Innersten des Herzens von diesem Soma, der im Innern getrunken wurde: welche Verfehlung wir darin auch begangen haben, möge Er wahrlich gnädig sein; denn der Sterbliche ist ein Wesen vieler Begierden.
Mantra 6
अगस्त्यः खनमानः खनित्रैः प्रजामपत्यं बलमिच्छमानः । उभौ वर्णावृषिरुग्रः पुपोष सत्या देवेष्वाशिषो जगाम ॥
Agastya, mit den Spaten grabend, nach Nachkommenschaft — Kindern und Geschlecht — und nach Kraft verlangend, nährte der grimme Ṛṣi beide Mächte (beide „Farben“). Mit wahren Segensworten, unfehlbaren Zusprüchen, ging er zu den Göttern.
It is a short dialogue hymn where Agastya’s long austerity meets Lopāmudrā’s call for marital union. The hymn treats desire (kāma) as a force that can lead to progeny, strength, and truthful blessing when rightly directed.
There is no single praised devatā in the usual sense. The operative sacred powers are kāma (desire), the creative force of the couple (dampatī-śakti), and the resulting benediction that reaches the gods.
It can be recited as a prayer for marital harmony, fertility/continuity, and balanced living—where spiritual discipline and embodied life support each other. It is especially fitting in a simple household fire offering with ghee and sincere intention.
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