Atharva Veda Sukta 6
Kanda 9Anuvaka 1Sukta 617 Mantras

Sukta 6

Rishi: Uncertain from the excerpt alone (requires Anukramaṇī for AVŚ 9.6).

Devata: Ritual bandhu (sacrificial implements/acts as correlates of cosmic entities).

Chandas: Prose-like yajus-style formulation (not a regular ṛc-meter); often treated as anustubh-deficient/ritual prose in AV ritual sections.

AVŚ 9.6 ist ein Bandhu-Hymnus, der rituelle Stoffe und Handlungen auf ihre maßgeblichen kosmischen und śrauta-Entsprechungen «abbildet», sodass der häuslich-technische Vollzug zu einem gültigen Opferkanal wird. Indem jedes Gerät (barhis, pavitra, Wasser, Nebenprodukte, Ausbreitungen) in seiner eigentlichen rituellen Identität benannt wird, stabilisiert der Hymnus die Richtigkeit (ṛta) und verhindert, dass das Ritual rituell «haltlos» wird. Seine Wirkkraft liegt in präziser Identifikation: die Rede (yajusartige Prosa) lässt Opferraum und Werkzeuge am größeren Opfer teilnehmen.

Mantras

Mantra 1

अतिथि-सत्कारः। (१) यो वि॒द्याद् ब्रह्म॑ प्र॒त्यक्षं॒ परूं॑षि॒ यस्य॑ संभा॒रा ऋचो॒ यस्या॑नू॒क्यऽम्

Gastverehrung (atithi-satkāra). (1) Wer das Brahman, die heilige Kraft, erkennt, die unmittelbar in den Gliedern offenbar ist; dessen Erfordernisse die Ṛc‑Verse sind, dessen vorgeschriebene Rezitation die Anūkyā ist,—

Mantra 2

सामा॑नि॒ यस्य॒ लोमा॑नि॒ यजु॒र्हृद॑यमु॒च्यते॑ परि॒स्तर॑णा॒मिद्ध॒विः

Dessen Haare die Sāman‑Gesänge sind, dessen Herz Yajus genannt wird; dessen Ausbreitungen die entzündeten Opfergaben sind,—

Mantra 3

यद् वा अति॑थिपति॒रति॑थीन् प्रति॒पश्य॑ति देव॒यज॑नं॒ प्रेक्ष॑ते

Wenn der Herr der Gäste (Atithipati) auf die Gäste hinschaut, dann schaut er wahrhaftig auf das Götteropfer, auf das devayajana.

Mantra 4

यद॑भि॒वद॑ति दी॒क्षामुपै॑ति॒ यदु॑द॒कं याच॑त्य॒पः प्र ण॑यति

Wenn er ehrfürchtig anspricht, tritt er in die Weihe (dīkṣā) ein; wenn er um Wasser bittet, führt er die Wasser (āpas) hervor.

Mantra 5

या ए॒व य॒ज्ञ आपः॑ प्रणी॒यन्ते॒ ता ए॒व ताः

Gerade die Wasser, die im Opfer (yajña) vorangeführt werden—genau diese, eben diese, sind es hier.

Mantra 6

यत् तर्प॑णमा॒हर॑न्ति॒ य ए॒वाग्नी॑षो॒मीयः॑ प॒शुर्ब॒ध्यते॒ स ए॒व सः

Wenn sie die Erquickungs‑Darbringung (tarpāṇa) herbeibringen, so ist dies wahrhaftig das Agnīṣomīya‑Opfertier (paśu), das angebunden wird.

Mantra 7

यदा॑वस॒थान् क॒ल्पय॑न्ति सदोहविर्धा॒नान्ये॒व तत् क॑ल्पयन्ति

Wenn sie die Lager‑ und Herbergsplätze herrichten, so richten sie wahrhaftig das Sadas und das Havirdhāna her.

Mantra 8

यदु॑पस्तृ॒णन्ति॑ ब॒र्हिरे॒व तत्

Was sie unten ausbreiten — das ist wahrlich das Barhis.

Mantra 9

यदु॑परिशय॒नमा॒हर॑न्ति स्व॒र्गमे॒व तेन॑ लो॒कमव॑ रुन्द्धे

Welche Decke sie herbeibringen — damit umhegt er sich wahrlich die Himmelswelt (svarga).

Mantra 10

यत् क॑शिपूपबर्ह॒णमा॒हर॑न्ति परि॒धय॑ ए॒व ते

Welches Sitzkissen sie herbeibringen — das sind wahrlich die Paridhis.

Mantra 11

यदा॑ञ्जनाभ्यञ्ज॒नमा॒हर॒न्त्याज्य॑मे॒व तत्

Welche Salbe zum Salben sie herbeibringen — das ist wahrhaftig Ghee (geklärte Butter).

Mantra 12

यत् पु॒रा प॑रि॒वेषात् स्वा॒दमा॒हर॑न्ति पुरो॒डाशा॑वे॒व तौ

Was sie vor dem Austeilen als den schmackhaften Anteil herbeibringen — jene beiden sind wahrhaftig die Puroḍāśa-Kuchen.

Mantra 13

यद॑शन॒कृतं॒ ह्वय॑न्ति हवि॒ष्कृत॑मे॒व तद्ध्व॑यन्ति

Was sie „zum Essen bereitet“ nennen, das—wahrlich dasselbe—nennen sie „zur Opfergabe (havis) bereitet“.

Mantra 14

ये व्री॒हयो॒ यवा॑ निरु॒प्यन्तें॒ऽशव॑ ए॒व ते

Reis und Gerste, die ordnungsgemäß dargelegt werden—die sind, wahrlich, ein Pferd.

Mantra 15

यान्यु॑लूखलमुस॒लानि॒ ग्रावा॑ण ए॒व ते

Welche Mörser und Stößel es gibt — die sind wahrlich die Presssteine (grāvan).

Mantra 16

शूर्पं॑ प॒वित्रं॒ तुषा॑ ऋजी॒षाभि॒षव॑णी॒रापः॑

Die Wurfschaufel (śūrpa) ist der Reiniger (pavitra); die Spelzen sind das ṛjīṣa; und die Wasser hier sind die Presswässer (abhiṣavaṇīr āpaḥ).

Mantra 17

स्रुग् दर्वि॒र्नेक्ष॑णमा॒यव॑नं द्रोणकल॒शाः कु॒म्भ्योऽ वाय॒व्या॒ऽनि॒ पात्रा॑णी॒यमे॒व कृ॑ष्णाजि॒नम्

Schöpflöffel (sruc), Löffel (darvī), Sprenggefäß (nekṣaṇa), das Heranführen (āyavana); die drona-Kalasha sind die Krüge; die Gefäße gehören Vāyu: dies ist wahrlich das schwarze Antilopenfell (kṛṣṇājina).

Frequently Asked Questions

Bandhu is a ritual correspondence: the mantra states that a given tool or action is truly the same as its authoritative sacrificial/cosmic form, so the rite becomes valid and connected to its intended result.

Because ritual efficacy depends on correct sacral framing. By equating the fan with the purifier (pavitra) and husks with ṛjīṣa, the domestic process is aligned with soma-rite purity and order.

Not primarily. Its main function is śānti and ritual-technical correctness—purifying and validating the rite by fixing the identities of implements, spaces, and waters through bandhu statements.

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