
Kapitel 361 bietet eine knappe tīrtha-Unterweisung, eingebettet in den Dialog zwischen Īśvara und Devī. Die Rede weist den Suchenden an, nach Hiranyātaṭa zu gehen, und benennt eine bestimmte Station namens Ghaṭikāsthāna, die früher mit einem siddha-rṣi verbunden war. Die Heiligkeit des Ortes wird dem yogischen Vollzug Mṛkaṇḍus zugeschrieben: Durch dhyāna-yoga — es heißt, das Ergebnis sei innerhalb einer einzigen nāḍī-Einheit erlangt worden — errichtete er dort einen liṅga. Dieser liṅga trägt den Namen Mārkaṇḍeśvara; hervorgehoben wird seine soteriologische Wirkkraft: Schon bloßes darśana und pūjā bewirken sarva-pāpa-upaśamana, die Beruhigung und Tilgung aller Sünden. So verknüpft das Kapitel asketische Innerlichkeit (Meditationsdisziplin) mit öffentlich zugänglicher Bhakti an einem benannten Heiligtum und zeichnet eine Mikrokartierung des Prabhāsa-kṣetra als praktisch begehbare Pilgerroute.
Verse 1
ईश्वर उवाच । ततो गच्छेन्महादेवि हिरण्यातटसंस्थितम् । घटिकास्थानमिति च यत्र सिद्धः पुरा ऋषिः
Īśvara sprach: Dann, o große Göttin, soll man zu dem Ort am Ufer der Hiraṇyā gehen, der Ghaṭikāsthāna heißt, wo einst ein uralter ṛṣi Vollendung erlangte.
Verse 2
नाड्यैकया मृकण्डस्तु ध्यानयोगाद्वरानने । तत्रैव स्थापितं लिंगं मार्कंडेश्वरनामतः । सर्वपापोपशमनं दर्शनात्पूजनादपि
O du Schönangesichtige, Mṛkaṇḍa errichtete — durch die Kraft des Dhyāna-Yoga, in nur einem Augenblick einer nāḍī — dort selbst einen Liṅga, berühmt als Mārkaṇḍeśvara. Schon durch Darśana und auch durch Verehrung werden alle Sünden besänftigt.
Verse 360
इति श्रीस्कांदे महापुराण एकाशीतिसाहस्र्यां संहितायां सप्तमे प्रभासखण्डे प्रथमे प्रभासक्षेत्रमाहात्म्ये मार्कंडेश्वरमाहात्म्यवर्णनंनाम षष्ट्युत्तर त्रिशततमोऽध्यायः
So endet im Śrī Skanda-Mahāpurāṇa, in der Saṁhitā von einundachtzigtausend Versen, im siebten Prabhāsa-Khaṇḍa, im ersten Teil, dem Prabhāsakṣetra-Māhātmya, das Kapitel mit dem Titel „Darlegung der Größe Mārkaṇḍeśvaras“, nämlich Kapitel 361.