
In diesem Adhyāya spricht Īśvara zu Mahādevī und lenkt die Aufmerksamkeit auf Sukanyā-saras, einen erhabenen See im Prabhāsa-kṣetra. Die Rede verortet dort die bekannte Begebenheit um Sukanyā, den Weisen Cyavana und die Aśvin-Zwillinge: Es heißt, die Aśvins seien dort zusammen mit Cyavana ins Wasser gestiegen, und durch die Kraft des tīrtha habe sich Cyavana verwandelt und eine Gestalt erlangt, die der der Aśvins vergleichbar ist. Daraufhin wird die Namensgebung erklärt: Sukanyās Wunsch erfüllte sich durch die Wirkmacht des Badens im See (saras-snāna-prabhāva), weshalb der Ort als „Kanyā-saras“ in Erinnerung bleibt. Es folgt eine phalaśruti-artige Verheißung, die besonders die Frau hervorhebt, die dort badet, vor allem am dritten Mondtag (tṛtīyā): Schutz vor der Zerrüttung des Hausstandes über weite Reihen von Wiedergeburten und das Meiden eines Gatten, der von Armut, Gebrechen oder Blindheit geprägt ist—traditionelle Verdienstaussagen, die an die Beobachtung des tīrtha gebunden sind.
Verse 1
ईश्वर उवाच । ततो गच्छेन्महादेवि सुकन्यासर उतमम् । यत्राश्विनौ निमग्नौ तौ च्यवनेन सहांबिके । समानरूपो ह्यभवच्च्यवनो यत्र सोऽश्विना
Īśvara sprach: Dann, o große Devī, soll man zum erhabenen Sukanyā-See gehen, wo die beiden Aśvins zusammen mit Cyavana, o Ambikā, ins Wasser eintauchten; und wo Cyavana eine ihnen gleiche Gestalt annahm, jugendlich und strahlend wie die Aśvins.
Verse 2
यत्र प्राप्तवती कामं सुकन्या वरवर्णिनी । सरःस्नानप्रभावेन तेन कन्यासरः स्मृतम् । तत्र स्नाता शुभा नारी तृतीयायां विशेषतः
Dort erlangte die schönfarbige Sukanyā durch die Kraft des Badens in jenem See die erbetene Gabe; darum wird er als Kanyā-saras, „See der Jungfrau“, in Erinnerung gehalten. Eine tugendhafte Frau, die dort badet—besonders am dritten Mondtag (tṛtīyā)—erlangt segensreiche, glückverheißende Frucht.
Verse 3
सप्तजन्मसहस्राणि गृहभंगं न चाप्नुयात् । दरिद्रो विकलो दीनो नांधस्तस्या भवेत्पतिः
Sie wird über siebentausend Geburten hinweg keinen Zerfall ihres Hauses erleiden. Ihr Gatte wird weder arm noch verkrüppelt, weder elend noch blind sein.
Verse 284
इति श्रीस्कान्दे महापुराण एकाशीतिसाहस्र्यां संहितायां सप्तमे प्रभासखण्डे प्रथमे प्रभासक्षेत्रमाहात्म्ये च्यवनेश्वरमाहात्म्ये सुकन्यासरोमाहात्म्यवर्णनंनाम चतुरशीत्युत्तर द्विशततमोऽध्यायः
So schließt sich in der heiligen Skanda-Mahāpurāṇa, in der Ekāśīti-sāhasrī-Saṃhitā, innerhalb des siebten Prabhāsa-Khaṇḍa, im ersten Prabhāsa-kṣetra-Māhātmya, im Cyavaneśvara-Māhātmya, das zweihundertvierundachtzigste Kapitel, genannt „Darlegung des Ruhmes des Sukanyā-Sees“.