
Dieses Adhyāya ist eine knappe theologisch‑rituelle Unterweisung in der Form göttlicher Rede („Īśvara sprach“). Es benennt einen Liṅga, den Rukmavatī errichtet hat, und rühmt seine Herrlichkeit: Er wirkt allumfassend befriedend, tilgt Sünden und gewährt den Verehrern die ersehnten Früchte. Daraufhin legt der Text eine praktische Pilgerfolge fest: Bad im zugehörigen Mahātīrtha, sodann eine sorgfältige rituelle Waschung und Abhiṣeka (samplāvana) des Liṅga in ehrfürchtiger Achtsamkeit. Den Abschluss bildet dāna, die Gabe von Reichtum an die Brāhmaṇas als normativ vorgesehene Empfänger. So verbindet das Kapitel Ort (tīrtha), Kultzeichen (liṅga), Handlung (snāna und abhiṣeka) und die sozial‑ethische Ökonomie des Gebens (dāna) zu einer soteriologischen Logik: Reinigung von Verfehlungen und Erreichen der Ziele durch disziplinierte Bhakti und geregelte Großzügigkeit.
Verse 1
ईश्वर उवाच । तत्रैव संस्थितं लिंगं रुक्मवत्या प्रतिष्ठितम् । सर्वपापोपशमनं सर्वकामफलप्रदम्
Īśvara sprach: „Dort steht ein Liṅga, von Rukmavatī eingesetzt; er besänftigt alle Sünden und verleiht die Früchte jedes würdigen Wunsches.“
Verse 2
तत्र स्नात्वा महातीर्थे लिंगं संप्लाव्य यत्नतः । विप्रेभ्यो दापयेद्वित्तं मुच्यते सर्वपातकैः
Nachdem man in jenem großen Tīrtha gebadet und den Liṅga sorgfältig mit Wasser übergossen hat, soll man den Brāhmaṇas Vermögen als Gabe darreichen; so wird man von allen schweren Sünden befreit.
Verse 222
इति श्रीस्कान्दे महापुराण एकाशीतिसाहस्र्यां संहितायां सप्तमे प्रभासखण्डे प्रथमे प्रभासक्षेत्रमाहात्म्ये रुक्मवतीश्वरमाहात्म्यवर्णनंनाम द्वाविंशत्युत्तरद्विशततमोऽध्यायः
So endet im verehrungswürdigen Skanda-Mahāpurāṇa—innerhalb der Saṃhitā von einundachtzigtausend Ślokas—im siebten Teil, dem Prabhāsa-Khaṇḍa, im ersten Abschnitt, dem Prabhāsa-kṣetra-Māhātmya, das zweihundertzweiundzwanzigste Kapitel mit dem Titel „Darlegung der Größe Rukmavatīśvaras“.