Adhyaya 165
Avanti KhandaReva KhandaAdhyaya 165

Adhyaya 165

Mārkaṇḍeya schildert einen berühmten Tīrtha namens Siddheśvara, gelegen am Südufer der Narmadā. Der Ort wird als unter allen Tīrthas außergewöhnlich reinigend und besonders läuternd gepriesen. Das Kapitel legt eine rituelle Abfolge fest: Bad im Tīrtha, Darbringung von tarpaṇa (Wasserlibation) für die Pitṛs und die Gottheiten, sowie die Durchführung des śrāddha zum Wohl der Ahnen. Ein bestimmter Lohn wird genannt: Durch das dort vollzogene śrāddha erfahren die Vorfahren zwölf Jahre lang Zufriedenheit. Darauf folgt eine śaivische Andachtsordnung: mit Hingabe baden, Śiva verehren, nächtliche Vigil (jāgaraṇa) halten, purāṇische Erzählung rezitieren oder hören und am reinen Morgen gemäß der Vorschrift erneut baden. Als Höhepunkt wird verheißen, dass der Verehrer Girijā-kānta (Śiva als Gemahl Pārvatīs) „schaut“ und einen erhabenen Zustand erlangt. Schließlich wird die Heiligkeit des Tīrtha durch den Hinweis auf alte Siddhas und Weise wie Kapila bekräftigt, die als yogisch Vollendete gelten und durch die Kraft der Narmadā die höchste siddhi erlangt haben.

Shlokas

Verse 1

श्रीमार्कण्डेय उवाच । नर्मदादक्षिणे कूले सिद्धेश्वरमिति श्रुतम् । तीर्थं परं महाराज सिद्धैः कृतमिति प्रभो

Śrī Mārkaṇḍeya sprach: Am südlichen Ufer der Narmadā, so hört man, liegt ein Ort namens Siddheśvara — ein höchstes Tīrtha, o großer König, von den Siddhas gegründet, o Herr.

Verse 2

तत्र तीर्थं महापुण्यं सर्वतीर्थेषु पावनम् । नर्मदाया महाराज दक्षिणं कूलमाश्रितम्

Dort befindet sich ein Tīrtha von höchstem Verdienst, reinigend unter allen Tīrthas, o großer König, am südlichen Ufer der Narmadā gelegen.

Verse 3

तत्र तीर्थे नरः स्नात्वा तर्पयेत्पितृदेवताः । श्राद्धं तत्रैव यो दद्यात्पित्ःनुद्दिश्य भारत

O Bhārata, an jenem Tīrtha soll der Mensch nach dem Bad den Pitṛ-Gottheiten die Tarpaṇa-Darbringung spenden. Und wer dort selbst ein Śrāddha den Ahnen darbringt, erlangt die besondere Frucht.

Verse 4

तृप्यन्ति पितरस्तस्य द्वादशाब्दान्न संशयः । तत्र तीर्थे तु यो भक्त्या स्नात्वा पूजयते शिवम्

Seine Ahnen sind zwölf Jahre lang zufrieden — daran besteht kein Zweifel. Und wer an jenem Tīrtha in Hingabe badet und Śiva verehrt, erlangt dieses gewissliche Verdienst.

Verse 5

रात्रौ जागरणं कृत्वा पठेत्पौराणिकीं कथाम् । ततः प्रभाते विमले स्नानं कुर्याद्यथाविधि

Nachdem man die Nacht hindurch gewacht hat, soll man eine heilige Erzählung aus den Purāṇas vortragen. Dann, im makellosen Morgengrauen, vollziehe man das vorgeschriebene Bad nach der Ordnung.

Verse 6

वीक्षते गिरिजाकान्तं स गच्छेत्परमां गतिम् । पुरा सिद्धा महाभागाः कपिलाद्या महर्षयः

Wer Girijākānta erblickt—Śiva, den Geliebten der Tochter des Berges—gelangt zum höchsten Ziel. In früheren Zeiten wurden die vollendeten und hochbegnadeten großen ṛṣi, beginnend mit Kapila, auf diese Weise berühmt.

Verse 7

जपन्तश्च परं ब्रह्म योगसिद्धा महाव्रताः । सिद्धिं ते परमां प्राप्ता नर्मदायाः प्रभावतः

Den höchsten Brahman rezitierend, im Yoga vollendet und in großen Gelübden standhaft, erlangten jene Weisen die höchste Siddhi durch die eigene Macht der Narmadā.

Verse 165

। अध्याय

Kapitel — Schlussvermerk des Abschnitts.