Rig Veda Sukta 9
Mandala 6Sukta 97 Mantras

Sukta 9

Sukta 6.9

Rishi

Bharadvāja (Bārhaspatya) (traditional for RV 6.9)

Devata

Agni Vaiśvānara

Chandas

Triṣṭubh

Dieser Hymnus preist Agni als Vaiśvānara, das universale Feuer, das wie ein König geboren wird und durch seinen Glanz die dunklen und die hellen Tage trennt und ordnet. Agni wird als der zuerst schauende Hotṛ gerühmt, der in den Sterblichen das „unsterbliche Licht“ offenbart und innere wie äußere Finsternis vertreibt. Der Hymnus gipfelt in einer Bitte um Schutz und Erhebung: Selbst die Götter verneigen sich vor Agni, der in der Dunkelheit steht.

Mantras

Mantra 1

अहश्च कृष्णमहरर्जुनं च वि वर्तेते रजसी वेद्याभिः । वैश्वानरो जायमानो न राजावातिरज्ज्योतिषाग्निस्तमांसि ॥

Der dunkle Tag und der helle Tag gehen auseinander, sich wendend in ihren Bahnen in den beiden Räumen. Vaiśvānara, geboren wie ein König — Agni überragt mit seinem Licht die Finsternisse.

Mantra 2

नाहं तन्तुं न वि जानाम्योतुं न यं वयन्ति समरेऽतमानाः । कस्य स्वित्पुत्र इह वक्त्वानि परो वदात्यवरेण पित्रा ॥

Ich kenne noch weder den Faden noch deutlich das Weben, noch das, was die unbeirrbaren Wirker im gemeinsamen Ringen weben. Wessen Sohn vermag hier diese Sprüche zu sprechen, wo die fernere Wahrheit mit dem näheren Vater als Stütze verkündet wird?

Mantra 3

स इत्तन्तुं स वि जानात्योतुं स वक्त्वान्यृतुथा वदाति । य ईं चिकेतदमृतस्य गोपा अवश्चरन्परो अन्येन पश्यन् ॥

Er kennt wahrlich den Faden, er erkennt das Weben; er spricht die Sprüche r̥tútha — nach der ṛta, zur rechten Zeit und in rechter Weise: der, der es erkannt hat, der Hüter der Unsterblichkeit, der unten wandelt und doch das Fernere mit einem anderen, höheren Sehen schaut.

Mantra 4

अयं होता प्रथमः पश्यतेममिदं ज्योतिरमृतं मर्त्येषु । अयं स जज्ञे ध्रुव आ निषत्तोऽमर्त्यस्तन्वा वर्धमानः ॥

Dies ist der Hotṛ, der als Erster dies erblickt — dieses unsterbliche Licht unter den Sterblichen. Dies ist er: geboren und fest niedergesetzt, unsterblich, wachsend durch seinen eigenen Leib, durch seine Gegenwart in uns.

Mantra 5

ध्रुवं ज्योतिर्निहितं दृशये कं मनो जविष्ठं पतयत्स्वन्तः । विश्वे देवाः समनसः सकेता एकं क्रतुमभि वि यन्ति साधु ॥

Ein festes Licht ist zum Schauen niedergelegt; und der Geist, der schnellste, fliegt nach innen, in sein eigenes Innerstes, ihm entgegen. Alle Götter, eines Sinnes und eines Entschlusses, schreiten recht hin zu dem einen krátu, dem einen Willen-Plan.

Mantra 6

वि मे कर्णा पतयतो वि चक्षुर्वीदं ज्योतिर्हृदय आहितं यत् । वि मे मनश्चरति दूरआधीः किं स्विद्वक्ष्यामि किमु नू मनिष्ये ॥

Mir fliegen die Ohren auf, und das Auge weitet sich: denn dieses Licht ist ins Herz gelegt. Und mein Geist geht weit aus in fernreichenden Gedanken: Was soll ich denn wahrlich aussprechen, und was nun in mir ersinnen?

Mantra 7

विश्वे देवा अनमस्यन्भियानास्त्वामग्ने तमसि तस्थिवांसम् । वैश्वानरोऽवतूतये नोऽमर्त्योऽवतूतये नः ॥

Alle Götter, erschrocken, verneigten sich vor dir, o Agni, der du in der Finsternis standest. Vaiśvānara, der Unsterbliche, schütze uns zu unserer Förderung und zum Emporführen; schütze uns zu unserer Förderung.

Frequently Asked Questions

Vaiśvānara is Agni in his universal form—the fire present in the world, in the sacrifice, and symbolically within all beings as illuminating power.

It points to Agni as a deathless principle of clarity and insight that can arise within human life—guiding action, speech, and worship away from darkness (tamas).

It emphasizes Agni’s supremacy as the power that dispels darkness and restores order; when obscurity prevails, even divine powers rely on Agni’s light and leadership.

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