
Sukta 10.144
Soma (Indu) offered to an 'immortal' recipient (likely Indra or a general deva addressed as amartya); verse foregrounds Soma’s force
Dieser kurze Hymnus preist den ausgepressten Soma (Indu) als lebendige, dahinstürmende Kraft, die einem „Unsterblichen“ dargebracht wird und am Ende ausdrücklich in Indra gipfelt, den sie stärkt und siegreich macht. Soma erscheint schnell wie ein Ross, lebenserhaltend und mit unterscheidender Einsicht (dakṣa) begabt, zugleich als ein Schatz, der einst aus der fernen Jenseitsweite durch das Suparṇa/Śyena‑Motiv herbeigebracht wurde. Ziel des Hymnus ist es, Soma als die Macht zu weihen, die Lebenskraft, Willen (kratu) und göttlichen Triumph vergrößert.
Mantra 1
अयं हि ते अमर्त्य इन्दुरत्यो न पत्यते । दक्षो विश्वायुर्वेधसे ॥
Dies ist wahrlich für dich, o Unsterblicher: der Soma-Tropfen stürmt voran wie ein schneller Hengst. Er ist eine unterscheidende Kraft, die alles Leben trägt, für den Seher-Wirker.
Mantra 2
अयमस्मासु काव्य ऋभुर्वज्रो दास्वते । अयं बिभर्त्यूर्ध्वकृशनं मदमृभुर्न कृत्व्यं मदम् ॥
Diese begeisterte R̥bhu-Kraft, der kavyá, ist in uns — als Vajra für den Gebenden. Sie trägt empor die aufwärtsdrängende Ekstase: R̥bhu-Wonne, nicht künstlich erdacht, nicht erzwungen.
Mantra 3
घृषुः श्येनाय कृत्वन आसु स्वासु वंसगः । अव दीधेदहीशुवः ॥
Der Glühende, zum Falken werdend für die Tat, in seinen eigenen schnellen Strömungen, stößt die Schlangen-Schützen hinab — er lässt sie abfallen.
Mantra 4
यं सुपर्णः परावतः श्येनस्य पुत्र आभरत् । शतचक्रं योऽह्यो वर्तनिः ॥
Was der Schönbeflügelte aus der fernen Jenseitsweite herbeibrachte — der Sohn des Falken —, jene hundert-rädrige Macht: der Pfad, der die Schlangenkraft überholt.
Mantra 5
यं ते श्येनश्चारुमवृकं पदाभरदरुणं मानमन्धसः । एना वयो वि तार्यायुर्जीवस एना जागार बन्धुता ॥
Was dir der Falke mit seinem Schritt brachte — lieblich, nicht wolfsartig, das rötliche Maß des ausgepressten Andhas (Soma-Tranks) — dadurch werden die Lebenskräfte hinübergetragen, dadurch weitet sich die Lebensspanne der Lebenden; dadurch erwacht die Verwandtschaftsbindung.
Mantra 6
एवा तदिन्द्र इन्दुना देवेषु चिद्धारयाते महि त्यजः । क्रत्वा वयो वि तार्यायुः सुक्रतो क्रत्वायमस्मदा सुतः ॥
So hält Indra, durch den Soma-Tropfen, jene große sieghafte Kraft selbst unter den Göttern aufrecht; durch Willen trägt er die Lebenskräfte hinüber und weitet das Leben — o du im Willen Vollkommener; durch Willen kommt dieser ausgepresste Soma zu uns.
The hymn centers on Soma (Indu) as the divine offering-power, and it culminates by naming Indra as the one who is strengthened and made victorious by Soma.
It refers to a Vedic mythic motif where a bird-like power (Suparṇa/Śyena) fetches Soma from a distant realm, highlighting Soma’s heavenly origin and extraordinary potency.
Soma is not just a drink—it is a sacred force that brings clarity and vitality, strengthens Indra’s power, and helps expand the worshipper’s life-energy through focused will (kratu).
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