
Sukta 10.127
Rātrī (Night)
Dieser Hymnus preist Rātrī (die Nacht) als göttliche Macht, die in vielen Lichtern erscheint, alle Glanzkräfte sammelt und die Welt in Stille, Sicherheit und Ruhe versetzt. Die Nacht wird gebeten, umherstreifende Wesen und innere Unrast zu besänftigen, das Haus zu schützen und den Gesang des Dichters als Opfergabe eines Suchenden für Frieden, Wohlergehen und heilsame Ordnung anzunehmen.
Mantra 1
रात्री व्यख्यदायती पुरुत्रा देव्यक्षभिः । विश्वा अधि श्रियोऽधित ॥
Die Nacht ist offenbar geworden, von vielen Seiten herankommend mit ihren göttlichen Lichtern; über allen Glanz hat sie sich niedergesetzt und sammelt ihn in ihre weite, stille Macht.
Mantra 2
ओर्वप्रा अमर्त्या निवतो देव्युद्वतः । ज्योतिषा बाधते तमः ॥
Weit und unversiegend, unsterbliche Göttin: aus den Niederungen und aus den Höhen kommt sie; mit ihrem Licht drängt sie die Finsternis zurück.
Mantra 3
निरु स्वसारमस्कृतोषसं देव्यायती । अपेदु हासते तमः ॥
Als Göttin herankommend, ließ sie ihre Schwester Uṣas (die Morgenröte) verschwinden. Und die Finsternis, fortgedrängt, weicht zurück, gleichsam lachend, vor dem Maß, das die Nacht festsetzt.
Mantra 4
सा नो अद्य यस्या वयं नि ते यामन्नविक्ष्महि । वृक्षे न वसतिं वयः ॥
Möge sie — diese Nacht — heute die unsrige sein, in deren Gang wir uns niederlassen; mögen wir ihren Weg betreten wie Vögel einen Baum, und in ihr einen sicheren Ruheplatz finden.
Mantra 5
नि ग्रामासो अविक्षत नि पद्वन्तो नि पक्षिणः । नि श्येनासश्चिदर्थिनः ॥
Zur Ruhe sind die Siedlungen gekommen; zur Ruhe die Gehenden und die Geflügelten; selbst die schnellfliegenden Habichte, die nach Beute trachten, halten inne. So mögen in uns alle ruhelosen Regungen sich besänftigen, in die Ordnung der Nacht gefügt.
Mantra 6
यावया वृक्यं वृकं यवय स्तेनमूर्म्ये । अथा नः सुतरा भव ॥
Vertreibe die wölfische Wölfin, vertreibe den Wolf; vertreibe den Dieb, o wogende Nacht. Dann sei uns eine leichte Überfahrt, ein sicherer Übergang.
Mantra 7
उप मा पेपिशत्तमः कृष्णं व्यक्तमस्थित । उष ऋणेव यातय ॥
Finsternis — schwarz, deutlich gestaltet — hat sich mir genähert und sich hingestellt. O Morgenröte, treibe sie fort wie eine Schuld, die man abweist.
Mantra 8
उप ते गा इवाकरं वृणीष्व दुहितर्दिवः । रात्रि स्तोमं न जिग्युषे ॥
Nimm, wie man die Kühe zum Ziel heranführt, diese Gabe an, die ich dir bereitet habe, o Tochter des Himmels. Nacht, nimm den Lobgesang an — nicht wie eine, die schon gesiegt hat, sondern als die Macht, die dem Suchenden den Sieg gewährt.
The deity is Rātrī, the goddess Night, praised as a cosmic power who brings rest, safety, and quiet order.
Night is not just darkness; she is a divine protector who gathers energies, settles living beings, and helps both the world and the mind become calm and secure.
It is traditionally suited for evening or before sleep. You can recite it (or key verses) with a lamp or simple prayerful focus, asking for peace, protection, and steady rest.
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