
Sukta 10.119
Agastya Māna (traditional Anukramaṇī attribution for RV 10.119)
Soma (with Apas ‘Waters’ as the supporting field of manifestation)
Jagatī (refrain-like cadence with recurring ‘kuvit somasyāpām iti’)
Dieser Hymnus ist ein lebendiger, selbstreflexiver Aufschwung inspirierter Zuversicht: Der Sprecher spürt, wie in ihm Kraft, Gewinn und Weltgleichheit aufsteigen, und fragt wieder und wieder, ob dies «aus den Wassern des Soma» komme. In einer refrainartigen Kadenz erscheint Soma nicht nur als der ausgepresste Trank, sondern als ein leuchtendes, wässriges Feld der Wonne, das Denken, Mut und Vermögen hebt. Der Sukta mündet in die Bereitschaft zum göttlichen Dienst — «ein wohlgebautes Haus» zu werden, geeignet, den Göttern Opfergaben zu tragen.
Mantra 1
इति वा इति मे मनो गामश्वं सनुयामिति । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
So, wahrlich so bewegt sich mein Sinn: »Möge ich Kuh und Ross gewinnen« — möge ich den leuchtenden Strahl und die schnelle Kraft erlangen. Entspringt dieser Antrieb vielleicht den Wassern des Soma?
Mantra 2
प्र वाता इव दोधत उन्मा पीता अयंसत । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Wie voranstürmende Winde haben sie mich erschüttert; die Tränke, die ich getrunken habe, haben mich emporgehoben. Kommt diese Erhebung vielleicht aus den Wassern des Soma?
Mantra 3
उन्मा पीता अयंसत रथमश्वा इवाशवः । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Die Tränke, die ich getrunken habe, haben mich emporgehoben, wie schnelle Rosse den Wagen emporheben. Wird diese aufsteigende Macht vielleicht aus den Wassern des Soma geboren?
Mantra 4
उप मा मतिरस्थित वाश्रा पुत्रमिव प्रियम् । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Ein Gedanke ist zu mir herangetreten und nahe bei mir stehen geblieben — wie eine brüllende Kuh, die zu ihrem geliebten Kalb kommt. Ob dieses innige Eingeben wohl aus den Wassern des Soma entspringt?
Mantra 5
अहं तष्टेव वन्धुरं पर्यचामि हृदा मतिम् । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Ich, wie ein Handwerker, umkreise und forme das Gefüge; mit dem Herzen gestalte ich den Gedanken. Ob dieses kundige innere Schaffen wohl aus den Wassern des Soma hervorgeht?
Mantra 6
नहि मे अक्षिपच्चनाच्छान्त्सुः पञ्च कृष्टयः । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Keines der fünf Völker hat mich getroffen, nicht im Geringsten; sie haben mich nicht erreicht. Ob diese unverletzliche Standhaftigkeit wohl aus den Wassern des Soma erwächst?
Mantra 7
नहि मे रोदसी उभे अन्यं पक्षं चन प्रति । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Denn weder Himmel noch Erde, beide, stehen mir entgegen als ein anderer, widerstrebender Flügel. Vielleicht wird aus den Wassern des Soma diese große Gleichheit mit den Welten geboren.
Mantra 8
अभि द्यां महिना भुवमभीमां पृथिवीं महीम् । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Durch Größe habe ich den Himmel überragt; durch Größe habe ich diese große Erde überragt. Vielleicht erhebt sich aus den Wassern des Soma dieses vergrößerte Sein.
Mantra 9
हन्ताहं पृथिवीमिमां नि दधानीह वेह वा । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Wohlan — ich könnte diese Erde hier niederstellen, oder hier. Vielleicht entspringt aus den Wassern des Soma diese herrscherliche Macht des Setzens.
Mantra 10
ओषमित्पृथिवीमहं जङ्घनानीह वेह वा । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Mit einem Schritt könnte ich diese Erde überschreiten — hier oder dort. Ob diese fesselsprengende Kraft wohl aus den Wassern des Soma hervorgeht?
Mantra 11
दिवि मे अन्यः पक्षोऽधो अन्यमचीकृषम् । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Den einen Flügel meines Wesens habe ich im lichten Himmel befestigt; den andern habe ich unten gestaltet. Ob dies aus den Wassern des Soma stammt — so spreche ich in mir.
Mantra 12
अहमस्मि महामहोऽभिनभ्यमुदीषितः । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Ich bin von gewaltiger Größe; emporgehoben bin ich zum Nabel-Mittelpunkt, zum Kern. Ob dies aus den Wassern des Soma stammt — so spreche ich in mir.
Mantra 13
गृहो याम्यरंकृतो देवेभ्यो हव्यवाहनः । कुवित्सोमस्यापामिति ॥
Ich gehe wie ein wohlgefügtes Haus — als Träger des Opferguts für die Götter. Ob dies wohl aus den Wassern des Soma stammt? — so spreche ich in mir.
They are symbolic gains: the cow suggests nourishing light/wealth and the horse suggests swift force and effective power. The hymn treats them as signs of Soma-inspired capacity, not only material prizes.
It works like a refrain of self-inquiry. The speaker notices rising courage and vastness and repeatedly asks whether this uplift is born from Soma as a divine, watery field of delight and purification.
It ends with the speaker becoming “a well-made house,” a carrier of offerings for the gods. The message is that true exhilaration should mature into steadiness, fitness, and service in the ritual and in life.
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