Adhyaya 75
Avanti KhandaReva KhandaAdhyaya 75

Adhyaya 75

Mārkaṇḍeya schildert eine hochverehrte Tīrtha am Südufer der Narmadā, bekannt als Śaṅkhacūḍa. Das Kapitel verortet Śaṅkhacūḍa an diesem Ort und erklärt, er verweile dort, um Sicherheit vor der Furcht vor Vainateya (Garuda) zu suchen. Darauf folgt eine rituelle Ordnung: Der Verehrer soll in Reinheit und Sammlung herantreten, Śaṅkhacūḍa mit glückverheißenden Substanzen der Reihe nach abluschen (abhiṣeka)—Milch, Honig und Ghee—und vor der Gottheit die nächtliche Wache (jāgaraṇa) halten. Die Verehrung wird ergänzt durch die Ehrung von Brāhmaṇas mit gerühmten Gelübden, durch Gaben wie dadhibhakta (Reis mit Dickmilch), und sie gipfelt in der go-dāna, der Kuhspende, die als Läuterung gepriesen wird, welche alle Sünden vernichtet. Zum Schluss wird ein konkretes Verdienst genannt: Wer an dieser Tīrtha einen von Schlangenbiss Geplagten zufriedenstellt oder ihm beisteht, erlangt gemäß Śaṅkaras Wort die höchste Sphäre—wodurch heiliger Ort, Mitgefühl und heilbringende Frucht miteinander verbunden werden.

Shlokas

Verse 1

श्रीमार्कण्डेय उवाच । नर्मदादक्षिणे कूले तीर्थं परमशोभनम् । शङ्खचूडस्य नाम्ना वै प्रसिद्धं भूमिमण्डले

Śrī Mārkaṇḍeya sprach: „Am Südufer der Narmadā gibt es eine überaus herrliche heilige Furt, die auf Erden weithin unter dem Namen ‘Śaṅkhacūḍa’ berühmt ist.“

Verse 2

शङ्खचूडः स्वयं तत्र संस्थितः पाण्डुनन्दन । वैनतेयभयात्पार्थ सुखदनर्मदातटे

O Sohn Pāṇḍus—o Pārtha—Śaṅkhacūḍa selbst hielt sich dort auf, am wonnebringenden Ufer der Narmadā, aus Furcht vor Vainateya (Garuḍa).

Verse 3

तत्र तीर्थे तु यो भक्त्या शुचिर्भूत्वा समाहितः । स्नापयेच्छङ्खचूडं तु क्षीरक्षौद्रेण सर्पिषा

An jenem Tīrtha soll, wer in Bhakti rein geworden und gesammelt ist, Śaṅkhacūḍa mit Milch, Honig und Ghee (geklärter Butter) baden.

Verse 4

रात्रौ जागरणं कुर्याद्देवस्याग्रे नराधिप । दधिभक्तेन सम्पूज्य ब्राह्मणाञ्छंसितव्रतान् । गोप्रदाने द्विजेन्द्रोऽयं सर्वपापक्षयंकरः

O König, man soll vor der Gottheit eine Nachtwache halten. Nachdem man Brahmanen mit gepriesenen Gelübden mit Speise aus Reis und Joghurt (dahi-bhakta) gebührend geehrt hat und eine Kuh verschenkt, wird dieses Gelübde zum vornehmsten Reiniger, der alle Sünden vernichtet.

Verse 5

तस्मिंस्तीर्थे तु यः पार्थ सर्पदष्टं प्रतर्पयेत् । स याति परमं लोकं शङ्करस्य वचो यथा

O Pārtha, wer an jenem Tīrtha einen vom Schlangenbiss Getroffenen sättigt und umsorgt, gelangt in die höchste Welt — so lautet Śaṅkaras Wort.