
Im Avantī Khaṇḍa benennt Kapitel 25, vorgetragen von Mārkaṇḍeya, eine weithin berühmte Konfluenz östlich von Oṃkāra, wo die Revā (Narmadā) mit der Nīlagāṅgā zusammenfließt. Die Darstellung ist als Bestimmung des tīrtha angelegt und wird von einer knappen Fruchtverheißung (phala) beschlossen. Es heißt, rituelles Baden (snāna) und Mantra-Rezitation (japa) an diesem saṅgama machten weltliche Ziele erreichbar und zeigten den Ort als Träger ritueller Wirksamkeit. Zudem wird eine lange heilige Nach-Todes-Wohnstatt verheißen—sechzigtausend Jahre in Nīlakaṇṭhapura—wodurch die lokale Geographie mit einem Śiva-verbundenen Heilreich verknüpft wird. Hinzu tritt eine genealogisch-ethische Dimension: Wer beim śrāddha den Ahnen tarpaṇa darbringt, mit Wasser, das mit Sesam vermischt ist (tila-miśra jala), soll zusammen mit sich selbst einundzwanzig Personen „emporheben“. Insgesamt wirkt das Kapitel wie ein kompaktes Ritual-Geo-Register: Ort → empfohlene Handlungen → aufgezählte Früchte.
Verse 1
श्रीमार्कण्डेय उवाच । ओंकारात्पूर्वभागे वै सङ्गमो लोकविश्रुतः । रेवया संगता यत्र नीलगङ्गा नृपोत्तम
Śrī Mārkaṇḍeya sprach: Östlich von Oṃkāra liegt ein in der Welt berühmter Zusammenfluss, o bester der Könige, wo die Nīlagaṅgā mit der Revā zusammentrifft.
Verse 2
तत्र स्नात्वा जपित्वा च कोऽर्थोऽलभ्यो भवेद्भुवि । षष्टिर्वर्षसहस्राणि नीलकण्ठपुरे वसेत्
Wer dort gebadet und Japa verrichtet hat—welches ersehnte Ziel bliebe auf Erden unerreicht? Ein solcher gilt, als habe er sechzigtausend Jahre in Nīlakaṇṭhapura geweilt.
Verse 3
तर्पयित्वा पितॄञ्श्राद्धे तिलमिश्रैर्जलैरपि । उद्धरेदात्मना सार्धं पुरुषानेकविंशतिम्
Nachdem man die Ahnen im Śrāddha mit wasser, das mit Sesam vermischt ist, gesättigt hat, erlöst man—zusammen mit sich selbst—einundzwanzig Personen der eigenen Linie.
Verse 25
। अध्याय
Ende des Kapitels.