
In diesem Adhyāya erteilt Śrī Mārkaṇḍeya eine knappe, zugleich theologisch und rituell geprägte Unterweisung an einen Herrscher (mahīpāla). Er weist ihn an, zum verehrten Ēraṇḍī-tīrtha zu gehen, und erklärt, dass schon das bloße Baden dort eine außerordentlich kraftvolle Läuterung bewirkt, sinnbildlich als Beseitigung schwerster Verdienstminderung und Sünde. Darauf folgt eine zeitlich festgelegte Observanz: Im Monat Āśvayuja, am vierzehnten Mondtag (caturdaśī) der hellen Monatshälfte (śukla-pakṣa), soll man fasten (upavāsa), in gesammelter Disziplin baden (prayataḥ snātaḥ) und tarpaṇa als rituelle Darbringung für die pitṛs (Ahnen) und die Gottheiten vollziehen. Die phalaśruti beschreibt die Früchte gestuft—weltliches Gedeihen (ein Sohn mit Wohlstand und Schönheit; langes Leben) und nach dem Tod die Erlangung von Śivaloka—und schließt mit der eindringlichen Versicherung, dass an diesen Ergebnissen kein Zweifel zu hegen sei.
Verse 1
श्रीमार्कण्डेय उवाच । ततो गच्छेन्महीपाल एरण्डीतीर्थमुत्तमम् । स्नानमात्रेण तत्रैव ब्रह्महत्या प्रणश्यति
Śrī Mārkaṇḍeya sprach: Dann, o König, soll man zur höchst vortrefflichen Eraṇḍī-Tīrtha gehen; durch das bloße Bad dort wird die Sünde des Brahmanenmordes vernichtet.
Verse 2
मासि चाश्वयुजे तत्र शुक्लपक्षे चतुर्दशीम् । उपोष्य प्रयतः स्नातस्तर्पयेत्पितृदेवताः
Und dort, im Monat Āśvayuja, am vierzehnten Tag der hellen Monatshälfte, soll man nach Fasten und reinem Bad den Pitṛs und den Gottheiten Tarpaṇa darbringen.
Verse 3
पुत्रर्द्धिरूपसम्पन्नो जीवेच्च शरदां शतम् । शिवलोकं मृतो याति नात्र कार्या विचारणा
Mit Söhnen, Wohlstand und Schönheit begabt, lebt er hundert Herbste; und wenn er stirbt, gelangt er in Śivas Welt — daran ist nicht zu zweifeln.
Verse 185
अध्याय
Kapitel (Überschrift/Kolophonvermerk).