
Mārkaṇḍeya weist einen königlichen Zuhörer an, zum erhabenen Nāga Tīrtha zu gehen und dort eine genau zeitlich festgelegte Observanz zu vollziehen: in der hellen Monatshälfte des Āśvina am fünften Mondtag (śukla-pañcamī). Das Kapitel betont Reinheit und Selbstzucht als Grundlage. Es beschreibt die rituelle Abfolge: nächtliches Wachen (jāgaraṇa) mit Darbringungen von Duftstoffen, Weihrauch und passenden Gaben; danach, im Morgengrauen, das Bad im tīrtha in gereinigtem Zustand. Anschließend soll śrāddha nach Vorschrift (yathā-vidhi) vollzogen werden, als Pflicht gegenüber den Ahnen. Zum Schluss wird die Frucht genannt: Diese Praxis befreit von allen Sünden; und wer an diesem tīrtha das Leben hingibt, erlangt ein unwiderrufliches Ziel (anivartikā gati), ausdrücklich als Ausspruch Śivas bezeichnet. So verbindet die Lehre Kalenderdisziplin, hingebungsvolles Ritual und Ahnenpflicht mit der heilbringenden Geographie der Revā-Region.
Verse 1
श्रीमार्कण्डेय उवाच । ततो गच्छेन्महाराज नागतीर्थमनुत्तमम् । आश्विनस्य सिते पक्षे पञ्चम्यां नियतः शुचिः
Śrī Mārkaṇḍeya sprach: Dann, o großer König, soll man zum unvergleichlichen Nāga-tīrtha gehen; am fünften Tag der hellen Monatshälfte des Āśvina, in Zucht und Reinheit.
Verse 2
रात्रौ जागरणं कृत्वा गन्धधूपनिवेदनैः । प्रभाते विमले स्नात्वा श्राद्धं कृत्वा यथाविधि
Nachdem man die Nacht in wachsamer Andacht verbracht und duftende Essenzen, Räucherwerk und Opfergaben dargebracht hat, soll man bei Tagesanbruch — nach dem Bad in reinem Wasser — das Śrāddha nach Vorschrift vollziehen.
Verse 3
मुच्यते सर्वपापेभ्यो नात्र कार्या विचारणा । तत्र तीर्थे तु यो राजन्प्राणत्यागं करिष्यति
Man wird von allen Sünden befreit — daran ist nicht zu zweifeln. Und an jenem Tīrtha, o König, wer dort den Lebenshauch aufgibt (stirbt)…
Verse 4
अनिवर्तिका गतिस्तस्य प्रोवाचेति शिवः स्वयम्
Śiva selbst verkündete: „Sein weiterer Gang ist unwiderruflich“ — er kehrt nicht in niedere Daseinsweisen zurück.
Verse 163
। अध्याय
Adhyāya — heilige Markierung, die in der Handschriftentradition die Kapitelgrenze anzeigt.