
Kapitel 6 verknüpft höfische Erzählung mit theologischer Unterweisung. Die Frauen aus Ākāśarājas inneren Gemächern berichten, dass sie beim Blumensammeln mit der Prinzessin unter einem Baum einen außergewöhnlichen Mann sahen—dunkel wie Indranīla, mit goldenen Schmuckstücken und Waffen geschmückt—der sogleich verschwand, worauf Padmāvatī in Ohnmacht fiel. Der König befragt einen Daivajña, der die Planetenkonstellationen insgesamt als günstig deutet, jedoch eine rätselhafte Störung nennt: Die Prinzessin wurde durch die Schau dieses erhabenen Mannes ergriffen und wird sich schließlich mit ihm vereinen; zudem werde eine Botin mit heilsamem Rat eintreffen. Als konkrete Abhilfe ordnet er eine von Brahmanen geleitete Abhiṣeka für den Agastyeśa-Liṅga an. Darauf tritt Bakulamālikā auf, die von Śrī Veṅkaṭādri kommt und in den Palast geführt wird. Dharaṇī befragt eine Pulindinī (Stammesfrau), die wahrheitsgetreu erklärt: Padmāvatīs Leiden ist aus Liebe geboren und vom Gott selbst verursacht—Hari aus Vaikuṇṭha, der auf Veṅkaṭādri nahe der Svāmipuṣkariṇī wandelt; Er wird Lalitā als Vermittlerin senden, und die Vereinigung wird geschehen. Den Höhepunkt bildet Padmāvatīs Darlegung der Kennzeichen des Bhakta (bhakta-lakṣaṇa): äußere Zeichen wie Śaṅkha- und Cakra-Male, Ūrdhva-puṇḍra und die zwölf Nāma-dhāraṇas, sowie innere Disziplinen wie Vedenrezitation, Wahrhaftigkeit, Nicht-Schädigung im Herzen, sexuelle Enthaltsamkeit und Mitgefühl. Ferner wird ein technischer Ritus beschrieben, durch Homa und erhitzte Embleme die Pañcāyudhas (Muschel, Diskus, Bogen/Pfeil, Keule, Schwert) einzuprägen, wodurch der Vaiṣṇava als ethisch geregelt und rituell gezeichnet gilt. Am Ende vollenden die Frauen die Verehrung Agastyeśas und ehren die Brahmanen mit Speise und Gaben.
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