
Kapitel 35 entfaltet sich in drei aufeinander abgestimmten Bewegungen. (1) Tīrtha-Topographie: Bhāradvāja schildert, wie die Suvarṇamukharī in den heiligen Fluss Kalyā mündet, und preist diese Konfluenz als außergewöhnlich reinigend. Ein Bad dort soll große Opferfrüchte verleihen, den Ertrag bedeutender Yajñas, und schwere Verunreinigungen — selbst Sünden vom Typ brahmahatyā — durch die Heiligkeit des Sangama und die mit der Abhiṣeka verbundene Läuterung mindern. (2) Bergtheologie in Ortsgestalt: die Erzählung wendet sich dem Veṅkaṭācala zu, seiner Lage und Erhabenheit, vorgestellt als „Zuflucht aller tīrthas“ und als Varāha-kṣetra. Dort wohnt Viṣṇu, Acyuta, zusammen mit Śrī; Siddhas, Gandharvas, Weise und Menschen werden als Dienende des Herrn beschrieben. Das Gedenken an den Herrn des Veṅkaṭādri gilt als Beseitigung von Widerwärtigkeiten und als Weg zu einem unvergänglichen Zustand. (3) Lehrdarlegung: angeregt durch Arjunas Fragen nach der göttlichen Manifestation sowie nach der Gewährung von bhukti und mukti, legt Bhāradvāja die Vorrangstellung Nārāyaṇas dar, seine Namen und Entsprechungen, das vierfache Emanationsschema, eine mantraorientierte Disziplin und einen kosmogonischen Abriss: Götter und kosmische Prinzipien gehen aus dem göttlichen Leib hervor; es gibt periodische Auflösungen und Yogaschlaf (yoganidrā); Brahmā tritt erneut hervor; und der Herr nimmt Formen an, um das Dharma wiederherzustellen. So verbindet das Kapitel Pilgerethik, bhaktische Erlösungslehre und purāṇische Metaphysik zu einer einzigen Unterweisung.
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