Adhyaya 29
Vishnu KhandaVasudeva MahatmyaAdhyaya 29

Adhyaya 29

Dieses Kapitel legt die stufenweise liturgische Ordnung der „Großen Verehrung“ (Mahāpūjā) für Hari dar und schließt Rādhā–Kṛṣṇa ausdrücklich ein. Es beginnt mit innerer Ehrfurcht, sodann folgen Anrufung und Einsetzung in das Kultbild (āvāhana, sthāpana) sowie die Invokation der Gliedgottheiten (aṅga-devatā). Danach werden glückverheißende Klänge durch Glocke und Instrumente erhoben, und es werden gastfreundliche Dienste vollzogen: pādya, arghya, ācamana, samt der Zubereitung der arghya-Substanzen. Es folgt ein geordnetes Badritual: duftendes Wasser, Ölmassage, uḍvartana und abhiṣeka mit mehreren Stoffen (Milch, Quark, Ghee, Honig, Zucker), begleitet von Mantras und vedisch-purāṇischen Hymnen wie Śrī-sūkta, Viṣṇu-sūkta sowie der Mahāpuruṣa-vidyā. Vorgeschrieben werden ferner Gewänder, heiliger Faden, Schmuck, saisonales tilaka und die Verehrung mit Blumen und tulasī unter Namensrezitation. Die Verehrung setzt sich fort mit Räucherwerk, Lampen, großem naivedya (mit Speisekatalog), Wasseropfern, Händewaschen, Umgang mit den Resten (prasāda), tāmbūla, Früchten, dakṣiṇā und ārati mit Musik. Den Abschluss bilden Lobpreis, kīrtana, Tanz, Umrundung und Niederwerfungen (aṣṭāṅga/pāñcāṅga mit geschlechtsspezifischen Anweisungen), gefolgt von Gebet um Schutz vor saṃsāra, täglichem svādhyāya, ritueller Entlassung (visarjana) der angerufenen Formen und dem Ruhenlassen des Kultbildes. Die Fruchtverheißungen nennen Nähe zu Viṣṇu bis zum Rang eines pārṣada, Aufstieg nach Goloka und das Erreichen von dharma–kāma–artha–mokṣa selbst bei wunschmotivierter Verehrung. Zusätzlicher Verdienst wird dem Tempelbau und Stiftungen zur Aufrechterhaltung des Kultes zugesprochen; karmische Teilhabe wird zwischen Stifter, Ausführendem, Helfendem und Zustimmendem geteilt, bei strenger Warnung vor Veruntreuung von Kultmitteln. Abschließend wird betont: Ohne konzentrierten Geist mindert sich die Frucht äußerer Rituale, und selbst gelehrte Asketen erlangen ohne Haris Verehrung keine siddhi.

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