Adhyaya 6
Vishnu KhandaMargashirsha Masa MahatmyaAdhyaya 6

Adhyaya 6

Dieses Kapitel ist als formaler theologischer Frage‑Antwort‑Dialog zwischen Brahmā und Śrī Bhagavān gestaltet. Brahmā erbittet eine genaue Darlegung der Früchte (phala) des Glockenklangs (ghaṇṭānāda) und der Darbringung von Candana (candana: Sandelholzpaste/Salbungen) im Gottesdienst. Der Herr bestimmt den Glockenklang als ein alles umfassendes liturgisches Medium—gleichsam „alle Instrumente“ und „alle Gottheiten“—und empfiehlt ihn besonders zur rituellen Waschung und zur Verehrungszeit. Dem Läuten vor der Gottheit wird eine weitreichende phalaśruti zugesprochen: langes Verweilen in der göttlichen Sphäre, Vernichtung angesammelten Unverdienstes sowie schützende Wohltaten für das Haus. Als Zeichen ritueller Legitimität werden Embleme wie Garuḍa (Vainateya) und Sudarśana auf der Glocke und sogar am Griff genannt; fehlen sie, sind funktionale Ersatzformen erlaubt. Die Wirkkraft reicht bis an das Lebensende: das Hören eines mit Sudarśana verbundenen Glockenklangs im Sterben erscheint als ritualisierte Erlösung durch das Gehör. Anschließend wendet sich der Text dem candana-māhātmya zu und bevorzugt Sandelpaste aus Tulasī‑Holz sowie gemischte Düfte (Kampfer, Aguru, Moschus u.a.) als monatsbezogene Gabe, besonders im Monat Mārgaśīrṣa, mit starken Aussagen über Verdienst, Reinigung und die Echtheit der Bhakti. Die Verehrung Nārāyaṇas auf Garuḍa—mit śaṅkha, padma, gadā, cakra und Śrī—gilt als hinreichend und relativiert andere Ritualsysteme (Tīrtha‑Pilgerfahrten, Yajñas, Vratas, Dāna, Fasten) innerhalb dieser Ökonomie der Hingabe.

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