
Kapitel 2 entfaltet sich im dialogisch-epischen Ton. Die ṛṣis befragen Sūta nach den weiteren Ereignissen nach den Unterweisungen im Zusammenhang mit Śāṇḍilya, woraufhin die Erzählung die königliche Ordnung des heiligen Raumes von Vraja schildert. Viṣṇurāta (Parīkṣit) und Vajra erscheinen als Koordinatoren von Ansiedlung und ritueller Festigung in Mathurā–Vraja: Sie ehren die örtlichen Brāhmaṇas und Ältesten, bestimmen die Stätten der Kṛṣṇa-līlā, gründen Dörfer, schaffen öffentliche Werke (Brunnen/Teiche) und richten zugleich bhaktische Einrichtungen ein—Gestalten von Hari/Govinda und zugehörige Heiligtümer. Dann wendet sich die Rede einem inneren Bhakti-Leiden zu: Kṛṣṇas Gemahlinnen, von Trennungsschmerz gequält, fragen nach Kālindīs scheinbarer Gelassenheit. Kālindī antwortet mit einer theologischen Deutung: Rādhikā ist die beständige Achse von Kṛṣṇas innigster Gegenwart; die übrigen Heldinnen sind als Entfaltungen innerhalb einer einheitlichen devotionalen Ontologie zu verstehen. Darauf gibt sie eine praktische Weisung: In Vraja—nahe Govardhana, bei Sakhī-sthala und am Kusuma-saras—soll ein musikalisch reiches Saṅkīrtana-mahotsava gefeiert werden, um Uddhavas Erscheinen und Erkennen zu ermöglichen. Gemäß diesem Rat richtet Parīkṣit das Fest in Vṛndāraṇya aus. Im Höhepunkt des gemeinschaftlichen Kīrtana tritt Uddhava aus dem Pflanzenwuchs hervor, in einer Kṛṣṇa-ähnlichen Gestalt; die Versammlung, von bhaktischer Ergriffenheit überwältigt, erweist ihm Verehrung und gelangt zur ersehnten inneren Klärung und Beruhigung.
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