
Dieses Adhyāya, von Mārkaṇḍeya vorgetragen, gibt einem König eine Wegweisung gleich einem Pilger-Itinerar nach Koṭitīrtha, das als unvergleichliche heilige Furt (tīrtha) gerühmt wird. Die Autorität des Ortes wird dadurch begründet, dass an die ṛṣis erinnert wird, die dort die höchste siddhi erlangten; daher heißt die Stätte auch Ṛṣikoṭi. Darauf werden drei ortsgebundene Quellen des Verdienstes genannt: (1) snāna am tīrtha und Speisung der Brāhmaṇas; selbst die Bewirtung nur eines Brāhmaṇa wird als gleichwertig mit der Speisung einer „koṭi“ (zehn Millionen) gepriesen und zeigt die übersteigerte Vermehrung des Verdienstes. (2) Nach dem Bad ehrt man die pitṛ-devatās und die Ahnen und verbindet so die śrāddha-Ethik mit dem Pilgerakt. (3) Verehrung Mahādevas an diesem Ort verheißt die Frucht eines Vājapeya-Opfers und stellt lokale Hingabe dem hohen vedischen Ritualverdienst gleich. So wirkt das Kapitel als knappe rituell-theologische Charta: Ort → vorgeschriebene Handlungen → phalaśruti.
Verse 1
श्रीमार्कण्डेय उवाच । ततो गच्छेत्तु राजेन्द्र कोटितीर्थमनुत्तमम् । ऋषिकोटिर्गता तत्र परां सिद्धिमुपागता
Śrī Mārkaṇḍeya sprach: „Dann, o König der Könige, soll man zum unvergleichlichen heiligen Furtort namens Koṭitīrtha gehen. Dort erlangte eine ‘Krore von ṛṣi’ die höchste geistige Vollendung.“
Verse 2
तत्र तीर्थे तु यः स्नात्वा भोजयेद्ब्राह्मणाञ्छुचिः । एकस्मिन्भोजिते विप्रे कोटिर्भवति भोजिता
An jener Tīrtha-Stätte gilt: Wer dort badet und, in Reinheit, Brahmanen speist—wenn auch nur ein gelehrter Brahmane gespeist wird, ist es, als wären eine ganze Krore gespeist worden.
Verse 3
तत्र तीर्थे तु यः स्नात्वा पूजयेत्पितृदेवताः । पूजिते तु महादेवे वाजपेयफलं लभेत्
An jener Tīrtha-Stätte: Wer dort badet und die Pitṛs sowie die Gottheiten verehrt—wenn dort Mahādeva verehrt wird, erlangt man die Frucht des Vājapeya-Opfers.
Verse 113
। अध्याय
Ende des Adhyāya: „Kapitel“.