Mahabharata Adhyaya 70
Adi ParvaAdhyaya 7052 Verses

Adhyaya 70

वंशानुकीर्तनम् — Genealogical Recitation from Dakṣa to Yayāti and the Establishment of the Paurava Line

Upa-parva: Vaṃśānucarita (Genealogical Prelude: Dakṣa–Manu–Yayāti–Pūru Lineage)

Vaiśaṃpāyana announces to Janamejaya a systematic recitation of lineages: the descent from the Pracetases to Dakṣa, Dakṣa’s progeny, and the distribution of Dakṣa’s daughters to Dharma, Kaśyapa, Kāla, and Soma (Indu). From Kaśyapa and Dākṣāyaṇī arise the Ādityas, including Vivasvān; from Vivasvān comes Yama; and from Martāṇḍa arises Manu Vaivasvata, from whom human lineages proliferate. The chapter then enumerates Manu’s sons and notes internecine dissension leading to extinction of many lines. Purūravas appears with exceptional status and later moral decline: conflict with brāhmaṇas, refusal to return appropriated valuables, and a resulting curse and downfall. The narrative proceeds through Āyu and his descendants, presenting Nahūṣa’s rule and overreach, followed by Yayāti’s prosperous reign. A key ethical-political episode follows: afflicted by premature old age due to a curse, Yayāti requests his sons to exchange their youth for his old age. The elder sons refuse; the youngest, Pūru, accepts, thereby securing royal succession. Yayāti later acknowledges the insufficiency of desire (kāma) even after extended enjoyment, installs Pūru as king, and withdraws in accordance with time-bound duty.

Chapter Arc: मृगया के उन्माद में सहस्रों मृगों का वध कर, महाराज दुष्यन्त अपने बल और पराक्रम के साथ वन की ओर बढ़ते हैं—पर शीघ्र ही वे अकेले, क्षुधा-पिपासा से पीड़ित, एक अनजानी शून्यता में आ खड़े होते हैं। → ऊसर, वृक्षशून्य प्रदेश को पार कर राजा एक दूसरे विशाल, मनोहर वन में प्रवेश करते हैं जहाँ शीतल, सुगन्धित पवन पुष्प-रेणु बिखेरता है। प्रकृति का यह सौन्दर्य उन्हें मोह लेता है और आगे खींचता है—मानो कोई अदृश्य संकेत उन्हें किसी नियति-स्थल की ओर ले जा रहा हो। → वन के तट पर कश्यप-गोत्रीय महात्मा कण्व का रमणीय, तपस्या-रक्षित आश्रम प्रकट होता है—यज्ञविद्या, यजुर्वेद-ज्ञान और मधुर सामगान से शोभित, ऋषिगणों से सेवित। राजा मंत्रिमण्डल और पुरोहित सहित उस ‘उत्तमाश्रम’ में प्रवेश करते हैं और उसकी दिव्यता देखकर तृप्त नहीं होते। → अध्याय का समापन आश्रम के गुण-वैभव और पवित्र वातावरण के स्थापन से होता है—यह स्पष्ट कर दिया जाता है कि दुष्यन्त का आगमन किसी साधारण वन-भ्रमण का परिणाम नहीं, बल्कि एक धर्म-नियोजित कथा-द्वार है। → कण्वाश्रम में प्रवेश के साथ प्रश्न खुला रह जाता है—इस तपोवन में राजा को कौन-सा साक्षात्कार होने वाला है, और यह सौन्दर्य-शान्ति किस आगामी उलटफेर की भूमिका है?

Shlokas

Verse 1

अपन का छा | अफड-ए क्र सप्ततितमो< ध्याय: तपोवन और कण्वके आश्रमका वर्णन तथा राजा दुष्पन्तका उस आश्रममें प्रवेश वैशम्पायन उवाच ततो मृगसहस्राणि हत्वा सबलवाहन: । राजा मृगप्रसड्रेन वनमन्यद्‌ विवेश ह

Vaiśampāyana sprach: Dann erschlug der König (Duṣyanta), begleitet von Heer und Reittieren, Tausende wilder Bestien; und vom Schwung der Jagd fortgerissen, als er einem einzigen Tier nachsetzte, trat er in einen anderen Wald ein. Die Stelle hebt die kriegerische Kraft des Herrschers hervor und die ruhelose Macht von Begehren und Verfolgung, die einen über vertraute Grenzen hinaustragen kann—und bereitet so den Übergang vom königlichen Handeln zur moralisch-geistigen Sphäre der Einsiedlerhaine vor.

Verse 2

एक एवोत्तमबल: क्षुत्पिपासाश्रमान्वित: । स वनस्यान्तमासाद्य महच्छून्यं समासदत्‌

Vaiśampāyana sprach: Mit ausgezeichneter Kraft begabt, doch von Hunger, Durst und Müdigkeit bedrängt, war König Duṣyanta ganz allein. Als er das ferne Ende des Waldes erreichte, stieß er auf eine weite, leere, dürre Fläche ohne Bäume—ein äußeres Zeichen der Mühsal, die die Ausdauer und Geistesfestigkeit eines Herrschers prüft.

Verse 3

तच्चाप्यतीत्य नृपतिरुत्तमाश्रमसंयुतम्‌ । मन: प्रह्लादजननं दृष्टिकान्तमतीव च

Vaiśampāyana sprach: Nachdem der König auch jene Gegend hinter sich gelassen hatte, gelangte er in einen anderen großen Wald, geschmückt mit vortrefflichen Einsiedeleien. Er war überaus schön anzusehen, und schon sein Anblick erzeugte im Geist tiefe Freude und Wonne.

Verse 4

शीतमारुतसंयुक्तं जगामान्यन्महद्‌ वनम्‌ । पुष्पितै: पादपै: कीर्णमतीव सुखशाद्धलम्‌

Vaiśampāyana sprach: Von kühlen, sanften Lüften umgeben, zog er weiter in einen anderen weiten Wald. Er war übersät mit blühenden Bäumen und von überaus angenehmem, zartem Gras bedeckt—eine Atmosphäre, die den Geist beruhigt und eine Landschaft erkennen lässt, die für Einsiedeleien und ein Leben nach dem Dharma bestimmt ist, nicht für Streit.

Verse 5

विपुलं मधुरारावैर्नादितं विहगैस्तथा । पुंस्कोकिलनिनादैश्व झिललीकगणनादितम्‌

Vaiśampāyana sprach: Der Wald war weit und widerhallte von den süßen Rufen vieler Vogelarten. An manchen Stellen hörte man die klaren Töne der männlichen Kuckucke, anderswo das feine, unablässige Zirpen ganzer Schwärme von Grillen—eine natürliche Harmonie, die die ruhige Szenerie der Erzählung umrahmt.

Verse 6

प्रवृद्धविटपैर्वृक्षै: सुखच्छायै: समावृतम्‌ । षट्पदाघ॒ूर्णिततलं लक्ष्म्या परमया युतम्‌

Dort war alles von gewaltigen Bäumen mit üppig gewachsenen Ästen umhüllt, die einen angenehmen, kühlen Schatten spendeten. Unter ihnen schwirrten überall Bienen umher. So lag ringsum eine große, erhabene Schönheit über dem Ort.

Verse 7

नापुष्प: पादप: वक्रिन्नाफलो नापि कण्टकी । षट्पदैर्नाप्पपाकीर्णस्तस्मिन्‌ वै कानने5भवत्‌

In jenem Wald gab es keinen einzigen Baum ohne Blüten; keiner war ohne Früchte. Auch ein dorniger Baum war dort selbst bei eifrigem Suchen nicht zu finden. Ja, es gab keinen Flecken, über dem nicht Bienen schwebten.

Verse 8

विहगैनदितं पुष्पैरलंकृतमतीव च । सर्वर्तुकुसुमैर्वक्षै: सुखच्छायै: समावृतम्‌

Der Ort hallte vom Ruf der Vögel wider und war überaus mit Blüten geschmückt. Ringsum standen Bäume, die zu jeder Jahreszeit blühten und einen angenehmen, kühlen Schatten ausbreiteten.

Verse 9

मनोरमं महेष्वासो विवेश वनमुत्तमम्‌ । मारुताकलितास्तत्र द्रुमा: कुसुमशाखिन:

Der große Bogenschütze betrat einen erlesenen Wald, wonnig anzuschauen. Dort wiegten sich die Bäume, beladen mit blühenden Zweigen, im Spiel des Windes.

Verse 10

पुष्पवृष्टिं विचित्रां तु व्यसृजंस्ते पुन: पुनः । दिवःस्पृशो5थ संघुष्टा: पक्षिभिर्मधुरस्वनै:

Immer wieder ließen sie einen wunderbaren, vielfarbigen Blütenregen niedergehen. Dann erfüllten die Höhen, als reichten sie bis an den Himmel, die süßen Rufe der Vögel.

Verse 11

महान्‌ धनुर्थर राजा दुष्यन्तने इस प्रकार मनको मोह लेनेवाले उस उत्तम वनमें प्रवेश किया। उस समय फूलोंसे भरी हुई डालियोंवाले वृक्ष वायुके झकोरोंसे हिल-हिलकर उनके ऊपर बार-बार अदभुत पुष्प-वर्षा करने लगे। वे वृक्ष इतने ऊँचे थे

Vaiśampāyana sprach: Der große König Duṣyanta, berühmt als Träger des Bogens, betrat jenen vortrefflichen Wald, der den Geist betört. Da schwankten die Bäume, deren Zweige von Blüten schwer waren, im Stoß des Windes und überschütteten ihn immer wieder mit einem wunderbaren Regen aus Blumen. So hoch ragten sie empor, als wollten sie den Himmel berühren. Die süßen Rufe der Vögel, die auf ihnen saßen, hallten durch das Gehölz. Dort glänzten die Bäume, als wären sie in Gewänder aus bunten Blüten gekleidet. Auf ihren zarten Trieben, die sich unter der Last der Blüten neigten, summten honigsuchende Bienen in lieblichem Klang. König Duṣyanta erblickte viele reizvolle Plätze, geschmückt mit Blumenhaufen und geziert mit Lauben aus Ranken; und als er jene anmutigen Gegenden sah, die die Herzensfreude mehrten, erfüllte den strahlenden König große Wonne.

Verse 12

रुवन्ति रावान्‌ मधुरान्‌ षट्पदा मधुलिप्सव: । तत्र प्रदेशांश्व बहून्‌ कुसुमोत्करमण्डितान्‌

Vaiśampāyana sprach: „Dort summten honigsuchende Bienen süße Laute. In jenem Wald erblickte der König viele reizvolle Gegenden, geschmückt mit Blumenhaufen und verschönt von blühendem Grün. Als er diese anmutigen Orte sah, die die Freude des Geistes mehrten, erfüllte den strahlenden König Duṣyanta große Wonne.“

Verse 13

लतागृहपरिक्षिप्तान्‌ मनस: प्रीतिवर्धनान्‌ । सम्पश्यन्‌ सुमहातेजा बभूव मुदितस्तदा

Vaiśampāyana sprach: Als er jene lieblichen Waldgegenden schaute—von Rankenlauben umschlossen, dem Geist angenehm und die innere Freude mehrend—wurde der mächtige und strahlende König in jener Stunde frohgemut.

Verse 14

परस्पराश्लिष्टशाखै: पादपै: कुसुमान्वितै: । अशोभत वन तत्‌ तु महेन्द्रध्वजसंनिभै:

Vaiśampāyana sprach: Der Wald erstrahlte in Schönheit. Blütenbeladene Bäume, deren Zweige sich ineinander verschlangen, als umarmten sie einander, ragten himmelhoch empor und glichen Indras Banner, wodurch das Gehölz eine majestätische Pracht gewann.

Verse 15

सिद्धचारणसंघैश्न गन्धर्वाप्सरसां गणै: । सेवितं वनमत्यर्थ मत्तवानरकिन्नरम्‌,सिद्ध-चारणसमुदाय तथा गन्धर्व और अप्सराओंके समूह भी उस वनका अत्यन्त सेवन करते थे। वहाँ मतवाले वानर और किन्नर निवास करते थे

Vaiśampāyana sprach: Jener Wald wurde in großer Zahl von Scharen der Siddhas und Cāraṇas aufgesucht, ebenso von Gruppen der Gandharvas und Apsaras. Auch lebten dort wilde, übermütige Affen, wie berauscht, und die Kinnaras—so erschien das Gehölz als ein heiliger, jenseitiger Bereich, von himmlischen Wesen erfüllt, nicht als bloß gewöhnliche Menschenlandschaft.

Verse 16

सुख: शीत: सुगन्धी च पुष्परेणुवहो5निल: । परिक्रामन्‌ वने वृक्षानुपैतीव रिरंसया,उस वनमें शीतल, सुगन्ध, सुखदायिनी मन्द वायु फ़ूलोंके पराग वहन करती हुई मानो रमणकी इच्छासे बार-बार वृक्षोंक समीप आती थी

Ein sanfter Hauch—kühl, duftend und wohltuend—der den Blütenstaub der Blumen trug, schien in jenem Wald umherzuziehen und, als verlangte er nach Wonne, immer wieder den Bäumen nahe zu kommen. Das Bild hebt die stille, lebensspendende Harmonie des Waldes hervor, im Gegensatz zur Unrast der Menschen, und deutet auf die lautlose Ordnung der Natur, die ein Leben im Sinne des Dharma trägt.

Verse 17

एवंगुणसमायुक्तं ददर्श स वन॑ नृप: । नदीकच्छोद्धवं कान्तमुच्छितध्वजसंनिभम्‌

Der König erblickte jenen Wald, mit allen vorzüglichen Eigenschaften begabt—lieblich anzusehen, entlang der sumpfigen Ufer des Flusses ausgebreitet und erfüllt von hohen Bäumen, die wie erhabene Banner emporragten. So musterte er das Gehölz aufmerksam, das natürliche Schönheit und glückverheißende Zeichen zu verkörpern schien.

Verse 18

प्रेक्षमाणो वन॑ तत्‌ तु सुप्रहृष्टविहड्रमम्‌ । आश्रमप्रवरं रम्यं ददर्श च मनोरमम्‌

Während der König noch die Schönheit jenes Waldes betrachtete, fiel sein Blick auf eine vortreffliche Einsiedelei—anmutig und entzückend anzusehen—wo viele Vögel, von Freude erfüllt, sangen. Das Bild weist still auf die sittliche Atmosphäre des Āśrama hin: ein Ort der Selbstzucht, des Friedens und dharmischer Ordnung, fern vom weltlichen Aufruhr.

Verse 19

नानावृक्षसमाकीर्ण सम्प्रज्वलितपावकम्‌ । त॑ तदाप्रतिमं श्रीमानाश्रमं प्रत्यपूजयत्‌

Jener Āśrama, dicht erfüllt von vielerlei Bäumen und gekennzeichnet durch die heiligen Feuer, die an ihren rechten Stellen loderten, erschien unvergleichlich. Als der ruhmreiche König Duṣyanta ihn erblickte, erwies er dem Āśrama in seinem Innern Ehre—die Heiligkeit des Ortes und das dort bewahrte dharmische Leben erkennend.

Verse 20

यतिभिर्वालखिल्यैश्न वृतं मुनिगणान्वितम्‌ । अग्न्यगारैश्न बहुभि: पुष्पसंस्तरसंस्तृतम्‌

Vaiśampāyana sprach: Der Āśrama war von Asketen erfüllt—von Yatis, den Vālakhilya-Weisen und vielen anderen Gruppen von Munis. Er war geschmückt mit zahlreichen Feuerhäusern für die Agnihotra-Riten, und der Boden lag so dicht mit herabgefallenen Blüten bedeckt, dass es aussah, als sei ein Blumenlager ausgebreitet. Die Szene betont eine Kultur disziplinierter Entsagung und unablässiger ritueller Pflicht und stellt den Āśrama als moralischen Gegenpol zu weltlichem Ehrgeiz dar.

Verse 21

महाकच्छैर्बृहद्धिश्व विभ्राजितमतीव च । मालिनीमभितो राजन्‌ नदीं पुण्यां सुखोदकाम्‌

Vaiśampāyana sprach: „O König, jene Einsiedelei erstrahlte in außergewöhnlicher Schönheit, geschmückt mit mächtigen Dickichten und hoch aufragenden Bäumen. Mitten hindurch floss der heilige Fluss Mālinī, dessen Wasser wohltuend kühl und angenehm war; der Āśrama erstreckte sich an beiden Ufern.“

Verse 22

नैकपक्षिगणाकीर्णा तपोवनमनोरमाम्‌ | तत्र व्यालमृगान्‌ सौम्यान्‌ पश्यन्‌ प्रीतिमवाप सः

Jener Ort wimmelte von vielen Scharen von Wasservögeln, und sein Reiz wurde durch die lieblichen Askesehaine (tapo-vana) an den Ufern noch gesteigert. Dort lebten sogar Giftschlangen und wilde Tiere in sanftem, gewaltlosem Wesen. Als der König dies sah, erfüllte ihn große Freude.

Verse 23

त॑ चाप्रतिरथ: श्रीमानाश्रमं प्रत्यपद्यत । देवलोकप्रतीकाशं सर्वतः सुमनोहरम्‌

Vaiśampāyana sprach: „Jener ruhmreiche Held, Apratiratha, näherte sich der Einsiedelei – strahlend wie die Welt der Götter und von allen Seiten lieblich anzusehen. Der Āśrama war ringsum überaus anmutig.“

Verse 24

नदीं चाश्रमसंश्लिष्टां पुण्यतोयां ददर्श सः । सर्वप्राणभूतां तत्र जननीमिव घिछिताम्‌

Vaiśampāyana sprach: „Dann erblickte er einen Fluss, dessen Lauf dicht an der Einsiedelei vorbeiging, mit heiligem, lebensspendendem Wasser. Dort glänzte er wie eine Mutter für alle Lebewesen – nährend, erhaltend und die asketische Landschaft ringsum heiligend.“

Verse 25

सचक्रवाकपुलिनां पुष्पफेनप्रवाहिनीम्‌ । सकिन्नरगणावासां वानरफक्षनिषेविताम्‌

An ihren Sandbänken tummelten sich die Paare der Cakravāka-Vögel in fröhlichem Lärmen. In der Strömung trieben viele Blumen dahin, als wären sie Schaum. An den Rändern ihrer Ufer lagen die Wohnstätten von Scharen der Kinnara; auch Affen und Bären kamen, um aus diesem Fluss zu trinken.

Verse 26

पुण्यस्वाध्यायसंघुष्टां पुलिनैरुपशोभिताम्‌ । मत्तवारणशार्दूलभुजगेन्द्रनिषेविताम्‌

Vaiśaṃpāyana sprach: Das Uferland widerhallte vom heiligen Vortrag der Veden und Śāstras, und seine Schönheit wurde durch viele liebliche Sandbänke noch gesteigert. Selbst berauschte Elefanten, Tiger und große Schlangenherrscher suchten häufig die Ufer der Mālinī auf und fanden dort Zuflucht — als ob hier Heiligkeit, Gelehrsamkeit und ungezähmte Natur in einer spannungsvollen, doch harmonischen Ordnung zusammenbestünden.

Verse 27

तस्यास्तीरे भगवत: काश्यपस्य महात्मन: । आश्रमप्रवरं रम्यं महर्षिगणसेवितम्‌,उसके तटपर ही कश्यपगोत्रीय महात्मा कण्वका वह उत्तम एवं रमणीय आश्रम था। वहाँ महर्षियोंके समुदाय निवास करते थे

Am Ufer jenes Flusses stand die anmutige und vornehmste Einsiedelei des ehrwürdigen, großherzigen Weisen Kāśyapa — ein Āśrama, den Scharen großer ṛṣis aufsuchten und dem sie dienten. Das Bild betont die moralische Geographie des Mahābhārata: Heilige Stätten, getragen von disziplinierten Weisen, werden zu Zufluchten von Ordnung, Lernen und Dharma inmitten der Unwägbarkeiten des weltlichen Lebens.

Verse 28

नदीमाश्रमसम्बद्धां दृष्टवा55श्रमपदं तथा । चकाराभिप्रवेशाय मतिं स नृपतिस्तदा,उस मनोहर आश्रम और आश्रमसे सटी हुई नदीको देखकर राजाने उस समय उसमें प्रवेश करनेका विचार किया

Vaiśampāyana sprach: Als der König den anmutigen Ort der Einsiedelei und den an den Āśrama grenzenden Fluss erblickte, fasste er sogleich den Entschluss, einzutreten — bewegt von Ehrfurcht vor der heiligen Stätte und dem Wunsch, ihr in gebührender Weise zu nahen.

Verse 29

अलंकृतं द्वीपवत्या मालिन्या रम्यतीरया । नरनारायणस्थानं गड़येवोपशोभितम्‌,टापुओंसे युक्त तथा सुरम्य तटवाली मालिनी नदीसे सुशोभित वह आश्रम गंगा नदीसे शोभायमान भगवान्‌ नर-नारायणके आश्रम-सा जान पड़ता था

Vaiśampāyana sprach: Die Einsiedelei, geschmückt vom Fluss Mālinī — reich an Inselchen und mit lieblichen Ufern — erschien in strahlender Pracht, als wäre sie vom Gaṅgā selbst begnadet, und glich der heiligen Wohnstatt Nara und Nārāyaṇas. Die Schilderung rahmt den Ort als moralisch aufgeladenen Schauplatz: Die Reinheit der Landschaft spiegelt die Reinheit des Vorhabens und bereitet den Hörer auf diszipliniertes, dharmisches Handeln in einer Atmosphäre der Heiligkeit vor.

Verse 30

मत्तबर्हिणसंघुष्ट प्रविवेश महद्‌ वनम्‌ | तत्‌ स चैत्ररथप्रख्यं समुपेत्य नरर्षभ:

Vaiśaṃpāyana sprach: Vom Rufen berauschter Pfauen widerhallend, betrat er einen gewaltigen Wald. Dann näherte sich dieser Stier unter den Menschen einer Gegend, berühmt wie der göttliche Hain Caitraratha — ein Ort von außergewöhnlicher Schönheit und Fülle, an dem die Reise des Helden sich vom bloßen Wandern zu einer moralisch aufgeladenen Begegnung mit der Pracht der Natur und ihren verborgenen Prüfungen wandelt.

Verse 31

अतीवगुणसम्पन्नमनिर्देश्यं च वर्चसा | महर्षि काश्यपं द्रष्टमथ कण्वं तपोधनम्‌

Vaiśampāyana sprach: Er erblickte den großen Weisen Kāśyapa—überreich an Tugenden und von einem unbeschreiblichen Glanz umstrahlt—und ebenso Kaṇva, eine Schatzkammer asketischer Kraft, reich an tapas.

Verse 32

ध्वजिनीमश्वसम्बाधां पदातिगजसंकुलाम्‌ । अवस्थाप्य वनद्वारि सेनामिदमुवाच स:

Vaiśampāyana sprach: Nachdem er das Heer am Eingang des Waldes hatte halten lassen—ein Heer, von Standarten gekennzeichnet, dicht von Pferden, gedrängt von Fußsoldaten und Elefanten—sprach er darauf diese Worte.

Verse 33

तदनन्तर नरश्रेष्ठ दुष्यन्तने अत्यन्त उत्तम गुणोंसे सम्पन्न कश्यपगोत्रीय महर्षि तपोधन कण्वका

Darauf, o Bester der Menschen, betrat König Duṣyanta jenen großen Wald, lieblich wie Kuberas Hain Caitraratha, wo berauschte Pfauen ihre hallenden Rufe weithin erschallen ließen. Dort weilte der Weise Kaṇva, ein Schatz der Askese, aus dem Geschlecht Kāśyapas, erfüllt von den höchsten Tugenden; sein Glanz ließ sich mit Worten nicht beschreiben. Als der König ankam, ließ er sein viergliedriges Heer—Streitwagen, Pferde, Elefanten und Fußvolk—am Rand des Einsiedlerwaldes halten und sprach: „Feldherr und Soldaten! Ich werde in den Āśrama gehen, um den staublosen Asketen Kaṇva, den Sohn Kāśyapas, zu schauen. Bleibt hier, bis ich zurückkehre.“

Verse 34

तद्‌ वन॑ नन्दनप्रख्यमासाद्य मनुजेश्वर: । क्षुत्पिपासे जहौ राजा मुर्दे चावाप पुष्कलाम्‌

Vaiśampāyana sprach: Als er jenen Wald-Āśrama erreichte, strahlend wie Nandana, vergaß König Duṣyanta—ein Herr unter Menschen—Hunger und Durst und erlangte dort reiches Entzücken.

Verse 35

सामात्यो राजलिड्रानि सो5पनीय नराधिप: । पुरोहितसहायश्च जगामाश्रममुत्तमम्‌,वे नरेश मुकुट आदि राजचिह्लोंको हटाकर साधारण वेश-भूषामें मन्त्रियों और पुरोहितके साथ उस उत्तम आश्रमके भीतर गये

Vaiśampāyana sprach: Der König, von seinen Ministern begleitet, legte die äußeren Insignien der Königswürde ab. Mit Hilfe und in Begleitung seines Hauspriesters (purohita) schritt er darauf—nun in schlichter Erscheinung—in jenen vortrefflichen Āśrama hinein.

Verse 36

दिदृक्षुस्तत्र तमृषिं तपोराशिमथाव्ययम्‌ । ब्रह्मलोकप्रतीकाशमाश्रमं सोडभिवीक्ष्य ह । षट्पदोदगीतसंघुष्टं नानाद्धविजगणायुतम्‌

Vaiśampāyana sprach: In dem Wunsch, jenen Weisen zu schauen—eine unvergängliche Schatzkammer der Askese—blickte der König auf die Einsiedelei, strahlend wie die Welt Brahmās selbst. Sie hallte wider vom summenden Gesang der Bienen und war erfüllt von zahllosen Scharen verschiedenster Vögel, die gemeinsam riefen—ein Bild von Heiligkeit und Frieden, geboren aus einem Leben strenger Zucht.

Verse 37

ऋचो बह्नचमुख्यैश्न प्रेयमाणा: पदक्रमैः । शुश्राव मनुजव्याप्रो विततेष्विह कर्मसु

Vaiśampāyana sprach: Die vornehmsten Brahmanen rezitierten die vedischen ṛks nach der vorgeschriebenen Weise—Wort für Wort (pada) und in fortlaufender Folge (krama). Duṣyanta, ein Tiger unter den Menschen, vernahm diese heiligen Hymnen, die inmitten der vielen Opferhandlungen gesungen wurden.

Verse 38

यज्ञविद्याड्भविद्धिश्व यजुर्विद्धिश्चन शोभितम्‌ । मधुरै: सामगीतैश्व ऋषिभिननियतव्रतै:

Vaiśampāyana sprach: Die Einsiedelei wurde geschmückt von gelehrten Yajurveda-Priestern, kundig in der Opferwissenschaft und ihren Hilfsdisziplinen. Dort sangen Weise strenger Gelübde die Sāman-Hymnen in süßen Melodien und mehrten durch geregeltes Verhalten und vedische Rezitation die Heiligkeit und Schönheit des āśrama.

Verse 39

भारुण्डसामगीताभिरथर्वशिरसोदगतै: । यतात्मभि: सुनियतै: शुशुभे स तदाश्रम:

Da erstrahlte jene Einsiedelei in Glanz: selbstbeherrschte, streng observierende Weise erfüllten sie mit dem Gesang der Bhāruṇḍa-Sāman-Hymnen und mit atharvanischen Rezitationen (aus der Atharvaśiras-Überlieferung). Durch ihre geregelten Gelübde und ihren ehrfürchtigen vedischen Gesang wurde der āśrama lichtvoll.

Verse 40

अथर्ववेदप्रवरा: पूगयज्ञियसामगा: । संहितामीरयन्ति सम पदक्रमयुतां तु ते,श्रेष्ठ अथर्ववेदीय विद्वान्‌ तथा पूगयज्ञिय नामक सामके गायक सामवेदी महर्षि पद और क्रमसहित अपनी-अपनी संहिताका पाठ करते थे

Dann begannen die vorzüglichsten Atharvavedins und die Sāmavedischen Sänger, die man Pūgayajñiya nennt, ihre jeweiligen Saṁhitās zu rezitieren. Sie intonierten den vedischen Text gleichmäßig und maßvoll, vollständig sowohl in der Wort-für-Wort-Rezitation (pada) als auch in der fortlaufenden (krama)—ein Zeichen disziplinierter Gelehrsamkeit, ritueller Korrektheit und Ehrfurcht vor dem heiligen Wort.

Verse 41

शब्दसंस्कारसंयुक्तिर््रुवद्धिश्चापरैर्द्धिजै: । नादितः स बभौ श्रीमान्‌ ब्रह्मलोक इवापर:

Vaiśampāyana sprach: Jene herrliche Einsiedelei war erfüllt von jungen „Zweimalgeborenen“, die über verfeinerte Rede und rechte Schulung der Lautlehre verfügten. Mit stetiger, disziplinierter Artikulation rezitierten sie Sanskritsätze, achtsam auf Artikulationsort, Sprechorgan und den rechten Einsatz der Stimme. Vom gemeinsamen Klang widerhallte die Stätte nach allen Seiten und leuchtete wie eine zweite Brahma-Welt—ein Bild des Wissens, geordnet durch Selbstzucht und Ehrfurcht.

Verse 42

यज्ञसंस्तरविद्धिश्न क्रमशिक्षाविशारदै: । न्यायतत्त्वात्मविज्ञानसम्पन्नैवेंदपारगै:

Vaiśampāyana sprach: Das Opfer wurde von Fachkundigen angeordnet und vollzogen, die das Opferfeld auszulegen verstanden und die rechte Abfolge ritueller Unterweisung beherrschten—Männer, ausgestattet mit Wissen um korrektes Schließen, wahre Grundsätze und Selbsterkenntnis, die die vedische Überlieferung vollständig gemeistert hatten.

Verse 43

नानावाक्यसमाहारसमवायविशारदै: । विशेषकार्यविद्धिश्न मोक्षधर्मपरायणै:

Vaiśampāyana sprach: Sie waren kundig darin, vielerlei Aussagen zusammenzutragen und in Einklang zu bringen, verstanden es, in besonderen Lagen das jeweils Gebotene zu erkennen, und waren dem Dharma zugetan, der zur Befreiung führt.

Verse 44

स्थापनाक्षेपसिद्धान्तपरमर्थज्ञतां गतै: । शब्दच्छन्दोनिरुक्तज्ै: कालज्ञानविशारदै:

Vaiśampāyana sprach: Sie hatten Meisterschaft in den Methoden erlangt, Argumente zu begründen und zu widerlegen, waren in gefestigten Lehrsätzen und in der höchsten Wahrheit verwurzelt; sie waren kundig in Sprache, Metrik und Etymologie und hochbewandert im Wissen um die Zeit. So trat das Bild gelehrter Autoritäten hervor, deren disziplinierte Gelehrsamkeit rechtes Urteil und verlässlichen Rat trägt.

Verse 45

द्रव्यकर्मगुणज्ैश्व॒ कार्यकारणवेदिभि: । पक्षिवानररुतज्जैक्ष व्यासग्रन्थसमाश्रितै:

Vaiśampāyana sprach: Sie wurden begleitet von Männern, die die Natur von Substanzen, Handlungen und Eigenschaften kannten, und von solchen, die das Verhältnis von Ursache und Wirkung verstanden; ebenso von Kundigen, die die Rufe und Zeichen von Vögeln und Affen zu deuten wussten—Gelehrten, die auf den Abhandlungen Vyāsas gründeten. Die Erzählung hebt hervor, dass große Vorhaben nicht durch Macht allein gelenkt werden, sondern durch diszipliniertes Wissen, sorgfältiges Denken und die Aufmerksamkeit für Vorzeichen, wie sie in der Überlieferung verstanden werden.

Verse 46

नानाशाम्त्रेषु मुख्यैश्न शुश्राव स्वनमीरितम्‌ । लोकायतिकमुख्यैश्न समनन्‍्तादनुनादितम्‌

Vaiśampāyana sprach: In den vielen maßgeblichen Lehrschriften hörte er seine eigene Ansicht nicht verkündet; doch in den führenden Lehren des Lokāyata (weltlich, sophistisch) hallte sie ihm von allen Seiten ohne Ende wider.

Verse 47

यज्ञवेदीकी रचनाके ज्ञाता

Dort sah Duṣyanta — der Bezwinger feindlicher Helden — an verschiedenen Stellen der Einsiedelei hervorragende Brahmanen: disziplinierte Männer mit festen und strengen Gelübden, standhaft in regelgebundener Lebensführung, ganz dem Rezitieren (japa) und den Feueropfern (homa) hingegeben.

Verse 48

आसनानि विचित्राणि रुचिराणि महीपति: । प्रयत्नोपहितानि सम दृष्टवा विस्मयमागमत्‌,वहाँ प्रयत्नपूर्वक तैयार किये हुए बहुत सुन्दर एवं विचित्र आसन देखकर राजाको बड़ा आश्चर्य हुआ

Vaiśampāyana sprach: Der König, als er die schönen und wunderbar vielfältigen Sitze sah, die mit bedachter Mühe sorgfältig bereitet worden waren, geriet in großes Staunen.

Verse 49

देवतायतनानां च प्रेक्ष्य पूजां कृतां द्विजै: । ब्रह्मलोकस्थमात्मानं मेने स नृपसत्तम:,द्विजोंद्वारा की हुई देवालयोंकी पूजा-पद्धति देखकर नृपश्रेष्ठ दुष्यन्तने ऐसा समझा कि मैं ब्रह्मलोकमें आ पहुँचा हूँ

Als er die Verehrung in den Heiligtümern der Götter sah, die von den Zweimalgeborenen ordnungsgemäß vollzogen wurde, meinte jener beste der Könige (Duṣyanta), er sei in Brahmaloka angekommen—so erhaben und geheiligt erschien ihm die Szene.

Verse 50

स काश्यपतपोगुप्तमाश्रमप्रवरं शुभम्‌ | नातृप्यत्‌ प्रेक्षमाणो वै तपोवनगुणैर्युतम्‌

Vaiśampāyana sprach: Er schaute jene glückverheißende, vortreffliche Einsiedelei—geschützt durch die Askese der Linie Kaśyapas—und reich an den Vorzügen eines heiligen Bußwaldes. Beim Anblick konnte der König sich nicht sattsehen, so fesselnd waren ihre Heiligkeit und ihre durch Zucht geformte Schönheit.

Verse 51

स काश्यपस्यायतन महाव्रतै- वतं समन्तादृषिभिस्तपो धनै: । विवेश सामात्यपुरोहितो5रिहा विविक्तमत्यर्थमनोहरं शुभम्‌

Vaiśampāyana sprach: Die Einsiedelei—eine Wohnstatt, die mit Kaśyapa verbunden war—war ringsum von asketischen Sehern umgeben, reich an Tapas und standhaft in großen Gelübden. In diesen abgeschiedenen, überaus schönen und glückverheißenden Ort trat der feindvernichtende König Duṣyanta ein, begleitet von seinen Ministern und seinem Hauspriester.

Verse 70

इति श्रीमहाभारते आदिपर्वणि सम्भवपर्वणि शकुन्तलोपाख्याने सप्ततितमो< ध्याय:

So endet im Śrī Mahābhārata, innerhalb des Ādi Parva—genauer des Sambhava Parva—die Erzählung von Śakuntalā; damit schließt das siebzigste Kapitel.

Frequently Asked Questions

The central dharma-saṅkaṭa concerns intergenerational duty and sovereignty: whether sons should accept personal loss (taking a parent’s old age) to preserve dynastic stability and fulfill filial obligation.

The chapter frames desire (kāma) as intrinsically non-satiating and portrays ethical restraint and duty-based succession as stabilizing forces for both personal integrity and political order.

No explicit phalaśruti is stated here; the meta-function is archival and causal—establishing lineage legitimacy and illustrating how choices and transgressions generate long-term outcomes relevant to later Bhārata history.

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