
Sūrya-pratiṣṭhā-kathana (Account of Installing Sūrya)
In diesem Kapitel legt der Herr das Verfahren der Sūrya-pratiṣṭhā (konsekratorische Installation Sūryas) im Rahmen von Vāstu–pratiṣṭhā und Īśāna-kalpa dar. Das Ritual beginnt mit Buchstaben-Mantra-Sequenzen (bīja/varṇa-Gruppierungen) und wird „wie zuvor gelehrt“ fortgeführt: mit der Anordnung des maṇḍapa (Pavillon) sowie vorbereitenden Handlungen wie snāna (rituelles Bad) und śuddhi (Reinigungen). Auf dem Vidyā-āsana/śayyā vollzieht der Offiziant aṅga-nyāsa für Bhāskara, installiert dann das tri-tattva und anschließend das khādi-pañcaka zusammen mit den Vokalen, was eine gestufte Platzierung von Klang (Mantra), Prinzip (tattva) und Form (Installationsort) anzeigt. Nach erneuter Reinigung der piṇḍī wird nyāsa durch das tattva-pañcaka bis zum festgelegten sa-deśa-pada (bezeichneten Lokus) ausgedehnt. Der Guru errichtet sodann die sarvatomukhī Śakti und installiert mit eigener Hand Sūrya, der mit Śakti ausgestattet ist. Abschließend werden Namenskonventionen (mit der Endung „svāmin“) und die zuvor gelehrten Sūrya-Mantras als maßgeblich für die Installation bekräftigt.
Verse 1
ख , ग , घ , ङ च ॐ हूं स इति घ ह्रीं क्रियाशक्तये नम इति झ ॐ क्रियाशक्तये नम इति घ जप्त्वानुरूपतः इति ग , छ , च अथोनशततमो ऽध्यायः सूर्यप्रतिष्ठाकथनं ईश्वर उवाच वक्ष्ये सूर्यप्रतिष्ठाञ्च पूर्ववन्मण्डपादिकं स्नानादिकञ्च सम्याद्य पूर्वोक्तविधिना ततः
„(Die Mantra-Buchstaben:) kha, ga, gha, ṅa und ca; (dann) ‘oṃ hūṃ sa’—(als) ‘gha’ bezeichnet; (dann) ‘hrīṃ—Ehrerbietung der Kraft des Handelns (kriyā-śakti)’—(als) ‘jha’ bezeichnet; (dann) ‘oṃ—Ehrerbietung der Kraft des Handelns’—(als) ‘gha’ bezeichnet; nachdem man dies dem angemessenen Verfahren gemäß gejapt hat—(bezeichnet als) ‘ga, cha, ca’. Nun beginnt das neunundneunzigste Kapitel: „Darlegung der Installation Sūryas“. Der Herr sprach: „Ich werde die Installation Sūryas erklären und, wie zuvor, den maṇḍapa (Pavillon) und die zugehörigen Anordnungen; und nachdem das rituelle Bad und die weiteren Handlungen gemäß der zuvor dargelegten Vorschrift ordnungsgemäß vollzogen sind, sodann…“
Verse 2
विद्यामासनशय्यायां साङ्गं विन्यस्य भास्करं त्रितत्त्वं विन्यसेत्तत्र सस्वरं खादिपञ्चकं
Auf dem Sitz (oder rituellen Lager) der Vidyā soll man, nachdem man für Bhāskara (die Sonnengottheit) das aṅga-nyāsa vollzogen hat, dort die „drei Prinzipien“ (tri-tattva) niederlegen; und danach soll man, zusammen mit den Vokalen, die Fünfergruppe beginnend mit „kha“ (khādi-pañcaka) installieren.
Verse 3
शुद्ध्यादि पूर्ववत् कृत्वा पिण्डीं संशोध्य पूर्ववत् सदेशपदपर्यन्तं विन्यस्य तत्त्वपञ्चकं
Nachdem man die Reinigungsriten und das Übrige wie zuvor vorgeschrieben vollzogen und die piṇḍī wiederum in derselben Weise gereinigt hat, soll man sodann den Nyāsa der fünf Prinzipien (tattva-pañcaka) bis zu dem Punkt vornehmen, der «sa-deśa-pada» (bestimmter Ort/Bezirk) genannt wird.
Verse 4
शक्त्या च सर्वतोमुख्या संस्थाप्य विधिवततः स्वाणुना विधिवत् सूर्यं शक्त्यन्तं स्थापयेद्गुरुः
Nachdem die allseitig zugewandte (sarvatomukhī) Śakti ordnungsgemäß installiert worden ist, soll der Guru nach der vorgeschriebenen Weise und mit eigener Hand Sūrya, mit Śakti als seiner Kraft/Gefährtin, rechtmäßig einsetzen.
Verse 5
स्वाम्यन्तमथवादित्यं पादान्तन्नाम धारयेत् सूर्यमन्त्रास्तु पूर्वोक्ता द्रष्टव्याः स्थापनेपि च
Dann soll man für Āditya (die Sonne) am Ende des pāda (Abschnitt/Versfuß) den Namen anbringen bzw. einschreiben, der auf «svāmin» endet. Die zuvor gelehrten Sūrya-Mantras sind auch beim Installationsritus anzuwenden und heranzuziehen.
A staged installation workflow: aṅga-nyāsa of Bhāskara on the Vidyā-seat, placement of tri-tattva and tattva-pañcaka, khādi-pañcaka with vowels, repeated piṇḍī purification, and the prior installation of sarvatomukhī Śakti before establishing Sūrya.
It frames consecration as disciplined alignment of mantra (sound), tattva (principle), and ritual action (kriyā), so that correct Vāstu–pratiṣṭhā becomes a dharmic technology supporting worship, inner purification, and the integrated pursuit of bhukti and mukti.