
Adhyāya 137 — महामारीविद्या (Mahāmārī-vidyā)
Dieses Kapitel setzt unmittelbar nach dem Abschluss des Nakṣatra-cakra-Stoffes ein und wendet sich von der astralen Aufzählung einer schutzwirkenden Krisenpraxis zu: der Mahāmārī-vidyā, einem Spruch/Ritus zur Abwehr von Unheil und feindlichen Mächten. Īśvara lehrt eine geordnete Nyāsa-Folge (Herz, Haupt, Haarknoten, Rüstung und Waffen-Mantra) und ruft die furchterregenden Gestalten Mahāmārī, Kālarātrī und Mahākālī an, wodurch der Übende rituell „bewaffnet“ wird. Danach werden ikonographische und rituell-graphische Vorgaben gegeben: ein quadratisches Diagramm auf einem Tuch, das mit der Unreinheit des Todes verbunden ist, mit einer schwarzen, dreigesichtigen, vierarmigen Gestalt, die Bogen, Dreizack, Beil/Schneidmesser und den Schädelsstab (khaṭvāṅga) hält, nach Osten ausgerichtet. Weitere schreckhafte und glückverheißende Aspekte werden beschrieben, darunter eine grauenvolle rotzüngige Form im Süden sowie eine wohltätige weiße Form, die nach Westen gewandt mit duftenden Gaben verehrt wird. Es folgen operative Kriegsriten: Mantra-Gedenken zur Krankheitsvernichtung und Beherrschung sowie Homa-Rezepte mit bestimmten Brennstoffen und Zusätzen, um den Feind zu plagen, zu töten, zu vertreiben (uccāṭana) und zu zermürben/zu bedrängen (utsādana). Abschließend wird der Einsatz auf dem Schlachtfeld erläutert—Banner/paṭa-Aufstellung, Begleitung durch Jungfrauen, Visualisierung der Lähmung des Gegners—und die behütete Weitergabe der stambhana-Lehre als Trailokyavijayā Māyā, identifiziert mit Durgā/Bhairavī, mit Schlussanrufungen der Namen Kubjikā, Bhairava, Rudra und Nārasiṃha-bezogener Formen.
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A highly technical ritual sequence is given: (1) nyāsa with specific deity-mantras mapped to heart/head/topknot/armor/weapon, (2) a square (caturasra) diagram of three-hand measure on a death-associated cloth, (3) iconographic constraints (color, faces, arms, weapons, and directional orientation), and (4) homa protocols with specified fuels/additives and timed battlefield procedures culminating in stambhana.
It frames protective and coercive ritual technologies as disciplined vidyā requiring authorization and restraint (“not to be given to anyone”), embedding power within dharma and mantra-sādhana. The practitioner’s efficacy is tied to consecration, visualization, and controlled ritual action—presented as a regulated extension of sacred order rather than mere aggression.